Alle Mühen waren umsonst: Der Sportakrobatikverein Augsburg-Hochzoll hatte sich mit viel Engagement und Herzblut um die Ausrichtung der Weltmeisterschaft 2028 bemüht, doch jetzt ist klar, es wird keine internationalen Titelkämpfe geben. Nicht in Augsburg und nicht einmal in Deutschland. Allerdings liegt das nicht an den Bedingungen in Augsburg, der Deutsche Sportakrobatik Bund (DSAB) hat sich dazu entschieden, gänzlich auf eine Bewerbung zu verzichten, was in Augsburg mit viel Bedauern aufgenommen wurde. Der nationale Verband wäre bei einer Bewerbung der offizielle Ausrichter gewesen, Augsburg die Gastgeberstadt. „Das Interesse in der Region wäre sehr groß gewesen, ich hatte viele gute Rückmeldungen. Schade, dass das jetzt so leichtfertig über die Bande geworfen wurde“, sagte der schwer enttäuschte SAV-Vorsitzende Alexander Baur.
Augsburg hatte in den vergangenen zwei Jahren mit zwei großen Bewerbungen geliebäugelt: mit der für die EM 2027 und für die WM 2028. Nun wird es keines der beiden Turniere. Italien hatte im vergangenen Herbst schon den Zuschlag für die EM erhalten. Augsburg machte sich daraufhin große Hoffnungen auf die WM und wurde nach dem Gefühl von Aexander Baur darin auch bestätigt. Denn er habe damals von DSAB-Präsident Oliver Stegemann folgende aufmunternde Textnachricht erhalten: „War leider absehbar. Lass uns telefonieren, damit wir den Schwung halten können.“ Der besagte Schwung sollte in die WM-Bewerbung für 2028 übergehen.
2026 hat der SAV die WM-Bewerbungsunterlagen eingereicht
Doch im Nachgang folgte für die Augsburger eine äußerst enttäuschende Erkenntnis: Der Deutsche Verband hatte nämlich nie eine Bewerbung für die EM 2027 eingereicht. „Wir hätten uns an dieser Stelle die Offenheit und Transparenz gewünscht, wie bei der Entscheidung gegen eine Bewerbung für die Weltmeisterschaft 2028“, kritisierte Alexander Baur das Verhalten und die Hinhaltetaktik des Verbandes. Schließlich hatte der Sportakrobatikverein Augsburg-Hochzoll schon am 5. November 2026 die Bewerbungsunterlagen für die Ausrichtung der WM 2028 mit der Bitte um Rückmeldung an den Verband übersandt. Seitdem wäre viel Zeit gewesen, dem Verein mitzuteilen, dass es gar keine Bewerbung geben würde.
Ministerpräsident Markus Söder wurde als Schirmherr gewonnen
Stattdessen versuchten die Augsburger alles, um optimale Bedingungen für die Großveranstaltung zu schaffen. Es wurde die Lokal- und Landespolitik eingebunden, Sponsoren gesucht und Interesse in der Bevölkerung geschaffen. Sogar Ministerpräsident Markus Söder war als Schirmherr bereits gewonnen worden. Schwierig war für den Verein, die gesamte Kostenkalkulation bei Unterbringung und Organisation zwei Jahre im Voraus festzuzurren. Weil diese zu unsicher war und die Zeit bis zum Bewerbungsschluss knapp wurde, kam es nun zur offiziellen Absage durch den Verband.
Konzentration auf den Augsburger Acro Cup
„Wir bedauern die Entscheidung und werden uns nun verstärkt anderen Projekten widmen. Der Augsburger Acro Cup, unser Jugendaustausch und die eigene Turnhalle sind Projekte, die regional wirken und die wir unabhängig mit Engagement und Leidenschaft umsetzen können“, versucht Baur, künftig andere, lohnenswerte Schwerpunkte für sein engagiertes Team sowie seinen ambitionierten Sportakrobatik-Nachwuchs, der auf die internationale Bühne drängt, zu finden.
So bereitet sich der SAV nun intensiv auf den nächsten sportlichen Höhepunkt vor: den 4. Internationalen Acro Cup vom 1. bis 3. Mai. 475 Sportlerinnen und Sportlern aus 30 Vereinen und vier Nationen treten an den drei Turniertagen in der Sporthalle des Gymnasiums Königsbrunn an. Und im Herbst, am 21. November 2026, organisiert der SAV Augsburg-Hochzoll die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften in der Sportakrobatik.
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Andrea Bogenreuther
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