Abgestellte Flugzeuge der Lufthansa sowie eines der Discovery Airline stehen auf dem Flughafen Frankfurt.

AUDIO: NDR Info Nachrichten (3 Min)

Stand: 10.04.2026 00:01 Uhr

Erneuter Streik bei der Lufthansa: Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat die Beschäftigten der Kernmarke Lufthansa und ihrer Zubringergesellschaft Cityline für heute zu einem eintägigen Arbeitskampf aufgerufen.

Bis 22 Uhr sollen alle Abflüge der Lufthansa von Frankfurt und München bestreikt werden, kündigte die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) am Mittwochabend an. In dieser Zeitspanne sollen auch die Kabinenbeschäftigten der Cityline an neun deutschen Flughäfen die Arbeit niederlegen. Entsprechend entfallen nach Angaben der Gewerkschaft auch alle Abflüge der Cityline von den Flughäfen Hamburg, Hannover, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf und Berlin.

Am Hamburger Flughafen sind für Freitag 13 Abflüge nach Frankfurt gestrichen worden, vier Flüge mit Ziel Frankfurt finden im Laufe des Tages statt. Nach München wurden zehn Abflüge gestrichen, fünf Maschinen starten in Richtung der bayerischen Landeshauptstadt. Bei den Ankünften sieht es ähnlich aus. Von 17 geplanten Maschinen aus Frankfurt landen am Freitag nur vier in Hamburg, aus München kommen fünf von 15 ursprünglich geplanten Flugzeugen.

In Hannover sind jeweils fünf Maschinen nach und aus Frankfurt gestrichen. Bei den Flügen nach und von München sind es jeweils drei Lufthansa-Maschinen. Lediglich jeweils zwei Maschinen der Cityline fliegen nach München oder landen aus der bayerischen Landeshauptstadt kommend.

In Bremen sind alle – insgesamt 20 Flüge – nach und aus Frankfurt beziehungsweise München gestrichen.

Über 90 Prozent der Beschäftigten stimmten für Streik

In einer Urabstimmung hatten die Kabinenbeschäftigten der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline Ende März mit großer Mehrheit für einen Arbeitskampf gestimmt. Bei der Kerngesellschaft stimmten rund 94 Prozent für Streiks, bei der Cityline knapp 99 Prozent.

„Wir haben die Oster-Feiertage bewusst von Arbeitskampfmaßnahmen ausgenommen, um die Auswirkungen für Reisende so gering wie möglich zu halten. Dass es nun dennoch zu Beeinträchtigungen bei der Rückkehr aus den Ferien kommen kann, ist uns sehr bewusst und wir bedauern das ausdrücklich“, heißt es in einer Stellungnahme des Ufo-Vorsitzenden Joachim Vázquez Bürger.

Der Streik wäre aus seiner Sicht vermeidbar gewesen. „Die Verantwortung liegt bei der Lufthansa, die es bislang nicht einmal geschafft hat, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen.“

Lufthansa kritisiert Streik als unverhältnismäßig

Die Lufthansa kritisierte den Streik als unverhältnismäßig und forderte die Ufo zu erneutem Dialog auf. Tragfähige Lösungen könnten nur im Dialog gefunden werden, Streiks müssten stets das letzte Mittel bleiben, teilte die Lufthansa am Mittwochabend mit. „Wir fordern die Gewerkschaft deshalb auf, die Gespräche mit uns wieder aufzunehmen. Wir sind jederzeit dazu bereit.“

Der Streikaufruf der Gewerkschaft Ufo treffe „unsere Fluggäste inmitten des Rückreiseverkehrs zum Ende der Osterferien besonders hart“, hieß es von der Lufthansa. Kundinnen und Kunden würden automatisch benachrichtigt, sollte ihr Flug betroffen sein.

Eine Frau steht vor einer Anzeigetafel an einem Flughafen.

Wird ein Flug annulliert oder ist verspätet, haben Reisende Anspruch auf Ersatzbeförderung und teils auf Entschädigung.

Verbesserte Arbeitsbedingungen und Sozialtarifvertrag gefordert

In dem Konflikt geht es um die Tarifverhandlungen zum Manteltarif bei Lufthansa und verbesserte Arbeitsbedingungen für die rund 19.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter sowie nach Ufo-Angaben um eine fehlende Bereitschaft des Unternehmens, bei der vor der Schließung stehenden Cityline über einen Sozialtarifvertrag zu verhandeln. Daran hingen rund 800 Existenzen.

Der Flugbetrieb der Regionaltochter soll nach Aussagen des Managements im kommenden Jahr enden. An ihre Stelle tritt eine neue Gesellschaft mit dem ähnlichen Namen Lufthansa City Airlines.

Ufo und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatten die Lufthansa bereits Mitte Februar am selben Tag bestreikt, was zu massiven Flugausfällen führte. Die Piloten machten Mitte März erneut Druck mit zwei Tagen Arbeitskampf – auch dieser Tarifkonflikt schwelt noch.

"Gestrichen" steht am Morgen am Hamburger Flughafen auf einer Anzeigetafel für Flüge.

Die Gewerkschaft Cockpit hat auch am Freitag die Lufthansa bestreikt. Das hatte Auswirkungen auf Inlandsverbindungen von und nach Hamburg, Hannover und Bremen. (14.03.2026)