Newsblog zum Krieg in Nahost
Netanjahu: „Es gibt keinen Waffenstillstand“
Aktualisiert am 10.04.2026 – 01:32 UhrLesedauer: 53 Min.
Nach israelischer Lesart gilt die Waffenruhe nicht für den Libanon. Der Iran sieht das anders. (Quelle: Marwan Naamani/dpa/dpa-bilder)
Der Oberste Führer des Iran hat eine Botschaft verlauten lassen. Netanjahu verteidigt Angriffe im Libanon. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Der Iran hält sich nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump nicht an das Abkommen für eine befristete Waffenruhe, das eine Öffnung der Straße von Hormus für die Schifffahrt vorsieht. Iran leiste mit Blick auf Öltransporte durch die Meerenge „sehr schlechte Arbeit“, die man auch als „unredlich“ bezeichnen könne, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Er kritisierte weiter: „Das ist nicht die Vereinbarung, die wir getroffen haben!“
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat deutlich gemacht, dass er weiterhin im Libanon angreife. „Ich sage es deutlich: Es gibt keinen Waffenstillstand“, teilte er auf der Plattform X mit. Er hatte aber Gespräche mit dem Libanin in Aussicht gestellt.
Kurz vor Beginn der geplanten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur dauerhaften Beilegung des Kriegs hat Israel den Vermittler Pakistan scharf kritisiert. Auslöser waren Äußerungen des pakistanischen Verteidigungsministers Khawaja Muhammad Asif auf der Plattform X, in denen er Israel als „Fluch für die Menschheit“ und Krebsgeschwür bezeichnete.
„Der Aufruf des pakistanischen Verteidigungsministers zur Vernichtung Israels ist empörend. Eine solche Äußerung darf von keiner Regierung toleriert werden, schon gar nicht von einer, die sich als neutraler Vermittler für den Frieden versteht“, hieß es in einer Mitteilung des Büros des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.
US-Präsident Donald Trump fordert vom Iran eine gebührenfreie Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus. Der Republikaner schrieb auf seiner Plattform Truth Social, es gebe Berichte, wonach das Land Gebühren von Tankern für die Durchfahrt verlange. Er warnte: Das sollten sie besser nicht tun und falls sie es tun, sollten sie besser „jetzt damit aufhören!“.
Als Reaktion auf die US-israelischen Angriffe hatte der Iran die Straße von Hormus Anfang März blockiert. Der Transport von Öl- und Flüssiggas aus dem Persischen Golf durch die Meerenge war damit praktisch nicht mehr möglich, die Weltmarktpreise stiegen rasant an.
Der Golfstaat Kuwait hat am zweiten Tag der Waffenruhe-Vereinbarung im Iran-Krieg „feindliche Drohnenangriffe“ gemeldet. Die Drohnen seien in den Luftraum des Landes eingedrungen und hätten „mehrere wichtige Einrichtungen“ zum Ziel gehabt, erklärte die Armee am Donnerstag im Onlinedienst X unter Verweis auf Angaben des Verteidigungsministeriums. Die Abwehrsysteme seien aktiviert worden.
In Pakistan sollen die USA und der Iran eine Friedenslösung verhandeln. Die Vorzeichen deuten allerdings auf sehr schwierige Gespräche hin. Ein Überblick.
