Wenn Klara Töpfer sich an die Arbeit macht, dann hält der Tag so einige Herausforderungen bereit. Die größte: zunächst einen Platz für die Akten und den Laptop zu finden. Auch sie als Amtsleiterin muss sich den erst organisieren. So will es das Raumkonzept im neuen Bau-Rathaus der Stadt.
Auch Amtsleiterin hat keinen festen Arbeitsplatz
„Ich hab‘ bisher ein ganz normales Büro gehabt. Jetzt bin ich hier mit in den offenen Arbeitswelten. Ich muss mir einen Arbeitsplatz vorab buchen, muss mir den Arbeitsplatz jeden Tag einrichten und meinen Laptop aus dem Fach holen“, erklärt die Amtsleiterin für Geodaten und Kataster.
Der Chef hat schon einen Favoritenplatz
All das muss sich noch einspielen. 1.500 Mitarbeitende aus zehn verschiedenen Ämtern sind im Stadtforum zusammengezogen. Auch Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) arbeitet hier ganz ohne eigenes Büro samt Vorzimmer. Heute hier, morgen da. Inzwischen hat er jedoch einen Lieblingstisch, den er sich bucht: „Ich sitze hier nah an den Fächern. Dann kann ich mich einfach umdrehen, mir die Post nehmen und unterschreiben. Wenn ich woanders bin, ist der Weg ein Stückchen weiter. Deswegen ist das so ein bisschen mein Favoritenplatz“, sagt Hilbert.
Dresdens OB freut sich, mittendrin zu sitzen
Und früh buchen lohnt sich auch hier, verrät das Stadtoberhaupt. Erst recht, wenn man am Fenster sitzen möchte. Und überhaupt, so ein Großraumbüro, das habe noch ganz andere Vorteile: „Das ist viel kommunikativer.“ Kolleginnen und Kollegen kämen einfach mal bei ihm vorbei. „Vorher war man ja hinter zwei dicken Türen abgeschirmt und zwei Kolleginnen waren davor, die einen, salopp gesagt, bewacht haben. Die Zugangsbarriere ist somit nicht mehr da.“ Und auch der Stadtkasse würden die neuen Arbeitswelten nur guttun.
Stadt spart 30 Prozent der Arbeitsplätze ein
„Wir haben hier 30 Prozent weniger Arbeitsplätze als vorher, die nicht extra beheizt oder gemietet werden müssen“, erklärt die Koordinatorin Moderne Arbeitswelten, Carina Lier.
Neue Arbeitswelten sollen ausgedehnt werden
Klingt verlockend. Und deshalb ist auch für den „Rest“ der Stadt-Angestellten geplant, das Arbeitsleben durch Wechsel-Arbeitsplätze in Bewegung zu bringen. Bisher haben dieses „Vergnügen“ nämlich nur 1.500 der insgesamt mehr als 8.000 städtischen Mitarbeitenden in der Verwaltung.