Parlamentswahl in Ungarn

Neue Umfrage setzt Viktor Orbán weiter unter Druck

Von reuters, afp, t-online, MST

Aktualisiert am 10.04.2026 – 07:36 UhrLesedauer: 3 Min.

US-Vizepräsident JD Vance und Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán bei ihrem Wahlkampfauftritt in Budapest: Brüder im Geiste.Vergrößern des Bildes

US-Vizepräsident JD Vance (r.) unterstützte bei seinem Besuch in Budapest Ungarns amtierenden Ministerpräsidenten Viktor Orbán bei einem Wahlkampfauftritt. (Quelle: Marton Monus)

Der amtierende ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán steht vor seiner schwersten Parlamentswahl. Eine neue Umfrage vor der Ungarn-Wahl brachte keine positive Entwicklung.

Kurz vor der Parlamentswahl in Ungarn am 12. April steuert die ungarische Oppositionspartei Tisza möglicherweise auf eine Zweidrittelmehrheit zu. Das deutet eine neue Umfrage vor der Ungarn-Wahl 2026 an. Damit könnte die Gruppierung um Herausforderer Péter Magyar die Möglichkeit erhalten, die Verfassung sowie wichtige Gesetze zu ändern und die Freigabe blockierter EU-Gelder zu erwirken.

Die neue Umfrage vor der Ungarn-Wahl geht aus einer veröffentlichten Hochrechnung des Meinungsforschungsinstituts Médian hervor. Für den langjährigen nationalistischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán und seine Fidesz-Partei ist die kommende Ungarn-Wahl wohl endgültig die größte Herausforderung ihrer 16-jährigen Regierungszeit.

Der Prognose zufolge könnte die Mitte-rechts-Partei Tisza zwischen 138 und 142 der 199 Sitze bei der Parlamentswahl in Ungarn erringen. 133 Sitze sind für eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Orbáns Fidesz käme demnach auf 49 bis 55 Sitze, während die rechtsextreme Partei Mi Hazank (Unsere Heimat) mit fünf oder sechs Mandaten ins Parlament einziehen könnte. Fidesz verfügt seit 2010 die meiste Zeit alleine über eine Zweidrittelmehrheit. Die Partei nutzte diese Machtfülle, um eine neue Verfassung zu verabschieden, sowie mehrere grundlegende Gesetze, darunter ein neues Wahlrecht.

Während die meisten unabhängigen Wahlumfragen vor der Ungarn-Wahl Tisza in Führung sehen, verweist Fidesz auf Erhebungen, die einen Sieg von Orbáns Partei prognostizieren. Kritiker bemängeln jedoch, dass diese Umfragen meist von Instituten stammen, die finanzielle oder personelle Verbindungen zur Regierungspartei haben.

Die Website „Politpro.eu“ bündelt ebenfalls die aktuellen Wahlumfragen. Und bei deren Umfragewerten sieht es nicht viel besser für Viktor Orbán und seine Partei aus. Nach dem aktuellen Wahltrend kommt Tisza mit ihrem Kandidaten Magyar auf 48,7 Prozent, während Orbáns Fidesz nur 40,8 Prozent der Stimmen erwarten kann. Abseits von MH (5,5 Prozent) kann wohl keine weitere Partei damit rechnen, bei der Wahl ins ungarische Parlament einzuziehen.