Im Jahr 2025 haben sich im Landkreis Augsburg genauso viele bei der AOK-versicherten Beschäftigten krankgemeldet wie 2024. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der AOK Bayern. „Der Krankenstand im Landkreis Augsburg blieb im Jahr 2025 im Vergleich zum Jahr 2024 mit 5,9 Prozent unverändert“, erläutert Alfred Heigl, Direktor von der AOK in Augsburg. Damit liegen die AOK-versicherten Berufstätigen im Landkreis Augsburg über dem bayerischen Durchschnitt von 5,8 Prozent. Der Regierungsbezirk Schwaben weist mit einem Krankenstand von 5,8 Prozent im Jahr 2025 den gleichen Wert auf wie der Freistaat. Auch in der Stadt Augsburg lag der Krankenstand im vergangenen Jahr auf dem Niveau des Landkreises. Im Landkreis Aichach-Friedberg hingegen sind die Zahlen auf 5,6 Prozent gesunken. Das sind die Details.

„Die Gesamtzahl der Krankmeldungen ging im Vergleich zum Vorjahr um 2,0 Prozent zurück“, sagt Alfred Heigl. Die durchschnittliche Dauer der Erkrankungen je AOK-versicherten Berufstätigen hat sich auf 21,6 Tage verringert. Zum Vergleich: Insgesamt waren im Freistaat die AOK-versicherten Beschäftigten durchschnittlich 21,1 Kalendertage krank. Atemwegserkrankungen verursachten 2025 in Bayern die meisten Krankmeldungen: 77,1 Krankmeldungen je 100 Versicherte. „Auf diese Diagnose entfielen im Landkreis Augsburg im vergangenen Jahr 79,0 Krankmeldungen je 100 AOK-versicherte Berufstätige“, so Alfred Heigl.

Wer psychisch krank ist, fehlt besonders lange

Betrachtet man die Dauer der jeweiligen Erkrankung, so verursachen Muskel- und Skeletterkrankungen im Landkreis Augsburg von allen Krankheitsarten weiterhin die meisten Ausfalltage. Statistisch gesehen war wegen Muskel- und Skeletterkrankungen 2025 jeder AOK-versicherte Berufstätige im Landkreis Augsburg 6,2 Tage krankgeschrieben (Bayern: 5,9 Tage). 4,2 Fehltage ergaben sich aus Atemwegserkrankungen (Bayern: 4,1) und 3,7 Krankheitstage aufgrund von psychischen Erkrankungen (Bayern: 3,5). „Wir beobachten mit Sorge einen Anstieg der Langzeiterkrankungen mit einer Dauer von über sechs Wochen“, sagt Alfred Heigl. Diese machen zwar nur einen geringen Teil der Arbeitsunfähigkeits-Fälle aus, sind aber durch ihre Dauer ein Hauptgrund für den fortwährend hohen Krankenstand. Die psychischen Erkrankungen sind laut den aktuellen Auswertungen größter Treiber für den Anstieg der Langzeiterkrankungen.

Vor Kurzem hatten darüber hinaus Betriebskrankenkassen (BKK) Daten aus mehreren Jahren für unsere Redaktion ausgewertet. Das Ergebnis: Manche Berufsgruppen haben deutlich höhere Ausfalltage als andere. Am häufigsten meldeten sich den Daten zufolge Menschen krank, die in der Reinigungsbranche arbeiten, gefolgt von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Bereich Verkehr und Logistik, Fertigung und Sicherheit. Am seltensten meldeten sich Mitarbeitende in der Führung von Unternehmen und Angestellte im IT-Bereich krank.

Die körperliche Belastung ist in Berufungen mit geringerem Bildungsniveau höher

„Bei den Berufsgruppen sehen wir natürlich insbesondere bei den Arbeitnehmenden, die sehr stark körperliche belastende Berufe ausüben oder die viel Schichtarbeit oder Wochenendarbeit leisten müssen, dass hier das Krankheitsrisiko für Muskel-Skelett-Erkrankungen oder für Verletzungen einfach deutlich höher ist“, sagt Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK-Dachverbands. „Gleichzeitig sehen wir bei Berufsbildern, die eher soziale Dienstleistungen oder Gesundheitsberufe ausüben, dass auch die psychische Belastung sehr groß ist. Also insofern macht es schon sehr viel aus, wie ich arbeite und was ich arbeite.“ Auch das Bildungsniveau spiele eine Rolle. „Denn insbesondere in Berufen, die mit einer niedrigen Bildung einhergehen, sehen wir eben auch, dass eher körperliche Belastungen durch den Beruf entstehen.“

  • Jana Tallevi

    Icon Haken im Kreis gesetzt

    Icon Plus im Kreis

  • Landkreis Augsburg

    Icon Haken im Kreis gesetzt

    Icon Plus im Kreis

  • AOK

    Icon Haken im Kreis gesetzt

    Icon Plus im Kreis