
Stand: 10.04.2026 13:18 Uhr
Die Meyer Werft arbeitet an einem Kreuzfahrtschiff, das rein elektrisch betrieben werden soll. Das Unternehmen aus Papenburg hat nun einen ersten Entwurf für das E-Kreuzfahrtschiff vorgestellt.
Die „Vision“, so der Name des Projekts, soll die Treibhausgas-Emissionen den Angaben zufolge um bis zu 95 Prozent reduzieren. Die Meyer Werft arbeitet dafür mit einem Unternehmen aus Norwegen zusammen. Dieses habe bereits Hybrid- und vollelektrische Seeschiffe mit Batterien für den Betrieb ausgestattet, hieß es.
E-Kreuzfahrtschiff braucht viele Ladestopps
Die „Vision“ hat Einschränkungen: Weil das E-Kreuzfahrtschiff seine Batterien immer wieder aufladen müsste, wäre es laut Meyer Werft vor allem für Routen mit vielen Hafenstopps geeignet – etwa im Mittelmeer oder auf der Ostsee. Zudem bräuchte es Ladestellen in den Häfen. Laut Experten, etwa vom Maritimen Kompetenzzentrum Leer, rüsten viele Häfen auch schon entsprechend auf – doch bisher reiche die Leistung je nach Schiffsgröße lediglich für den Bordbetrieb, wie die Kabinen oder die Klimatisierung der Schiffe. Wie diese Ladesysteme zusätzlich die benötigten großen Batteriesysteme aufladen sollen, sei noch völlig unklar.

Die Schweizer Reederei MSC will von der Meyer Werft vier bis sechs neue Schiffe bauen lassen. Noch ist nichts unter Dach und Fach.
Platz für knapp 1.860 Passagiere
Das E-Kreuzfahrtschiff, dessen Konzept laut Unternehmen auf einer Messe in den USA vorgestellt werden soll, erreicht dabei nicht ganz die Ausmaße der Ozeanriesen, die die Papenburger zuletzt ausgedockt haben. 275 Meter lang und Platz für rund 1.860 Passagiere bietet die „Vision“ laut Unternehmensangaben. Zum Vergleich: Die im Herbst vergangenen Jahres überführte „Disney Destiny“ ist 341 Meter lang und kommt auf mehr als doppelt so viele Passagierplätze. Sie fährt allerdings auch mit LNG-Antrieb. Die „Vision“ bietet laut Werft allerdings wegen eines nicht nötigen Schornsteins ein Sonnendeck mit uneingeschränkter Aussicht sowie mehr Komfort durch weniger Motorengeräusche und Vibrationen.
Ob und wann das E-Kreuzfahrtschiff der Meyer Werft Realität wird, ist aktuell nicht absehbar. Das Papenburger Unternehmen betont, dass die Technologie der „Vision“ direkt verfügbar sei. Der Bau des E-Kreuzfahrtschiffs könne in knapp fünf Jahren beginnen – falls es geordert wird. Noch gebe es allerdings keine Bestellung.

Ursache waren möglicherweise Schweißarbeiten an dem Schiffsneubau. Die Polizei ermittelt aber noch in Papenburg.

Das gelte vorerst für vier Schiffe, teilte die Landesregierung mit. Bisher war die Endausstattung in den Niederlanden geplant.

Die Papenburger Geschäftsführung hat eine Absichtserklärung unterzeichnet. Damit ist die Werft bis 2035 ausgelastet.