Mit acht Siegen in Folge untermauerten die „Gallier“ eindrucksvoll ihre Aufstiegsambitionen. Und trotzdem drückt Matthias Flohr die Euphoriebremse an der Eyach konsequent durch – auch vor dem Duell mit TUSEM Essen. Einen „unbequemen Gegner“ prognostizierte der erfahrene HBW-Chefcoach, „der Zuhause jeden schlagen kann.“ Kein schwäbisches Understatement, sondern durch nackte Zahlen belegbar: Sechs seiner sieben Siege holte der Altmeister in dieser Saison auf der Margarethenhöhe.
Ausgeglichene Anfangsphase
Am Freitagabend fanden die Westdeutschen gut in die Partie, präsentierten sich trotz der prekären Tabellensituation zunächst auf Augenhöhe mit den ersatzgeschwächten Schwaben (1:1/2.). Eine frühe Zeitstrafe gegen Tom Wolf brachte das Publikum „Am Hallo“ schnell auf Betriebstemperatur (5. Minute). In Überzahl netzte Stefan Baur zum 3:2 für den Aufstiegsaspiranten, der gewohnt solide verteidigte. Vorne lief es bei den Kreisstädtern jedoch noch nicht rund – und der Kohlenpott-Klub egalisierte zum 4:4 (8.).
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Es war eine unglaublich intensive erste Spielphase – meist mit leichten Vorteilen für die „Gallier“, die nach zwölf Minuten erstmals auf plus Zwei stellten (6:4). Auf der Gegenseite wurde Daniel Rebmann früh zum Faktor, nahm dem Revier-Verein vor über 2300 Zuschauern einige freie Würfe weg. Dennoch kassierte der HBW den erneuten Ausgleich (6:6/14.). Bitter für die Balinger: mehrere strittige Entscheidungen der beiden Unparteiischen. Mit Wucht und Willen stoppte Merlin Fuß den Lauf der Rot-Weißen, traf zum 7:6 (17.). Entscheidend setzte sich der Ex-Erstligist jedoch nicht ab, auch weil er immer wieder an Finn Knaack im TUSEM-Tor scheiterte. Unbeeindruckt legten die Gäste wieder vor (10:8/23.).
Klare Pausenführung
Tobias Heinzelmann und Yonatan Dayan bauten den Vorsprung weiter aus (13:9/26.). Gefühlt hatten die Schwaben jetzt den Daumen drauf und gingen schließlich mit einem 17:12-Vorteil in die Pause. Den Schlusspunkt im ersten Durchgang setzte Elias Fügel per Siebenmeter. Der HBW belohnte sich damit für eine insgesamt konzentrierte erste Hälfte, in der vor allem die Defensive und das Tempospiel den Unterschied machten.
Nach dem Seitenwechsel drückte, drängte und drängelte der ehemalige Europapokalsieger auf den Anschluss, doch der HBW konservierte die Fünf-Tore-Führung (19:14/32.). Flohr war dennoch nicht ganz zufrieden, haderte mit zwei Zeitstrafen binnen weniger Sekunden (gegen Leimeter und Grupe). Eine ganz brenzlige Situation für die Balinger, doch Nils Homscheid vergab einen Siebenmeter (34.) und auch der folgende Angriff des Altmeisters verpuffte. Ohne Torerfolg im Sechs-gegen-Vier – das war schlicht zu wenig von Essen, das weiter zurückfiel. Noch war das Ding allerdings noch nicht durch (24:20/42.).
Erster HBW-Sieg seit 2018 „Am Hallo“
Ein Wechselfehler der Westdeutschen brachte schließlich die Entscheidung. Abgezockt nutzten die „Gallier“ die Überzahl. Vom Kreis erhöhte Kapitän Heinzelmann auf 27:21 (45.) und legte im nächsten Angriff den 28. Balinger Treffer nach. Die Schwaben hielten das Tempo hoch, während Essen nun Nerven zeigte und die nächste Zeitstrafe kassierte – erneut standen zu viele Rot-Weiße auf der Platte. Der HBW nutzte das Momentum und schraubte endgültig den Deckel drauf (Endstand: 34:25), verbuchte den ersten Sieg „Am Hallo“ seit 2018.
Auch der nächste Balinger Gegner blickt auf eine lange, erfolgreiche Geschichte im nationalen und internationalen Handball zurück. Am Freitag, 17. April, gastiert der TV Großwallstadt in der Mey Generalbau-Arena (Beginn: 20 Uhr). Die Mainfranken reihen sich aktuell im hinteren Tabellenmittelfeld ein, haben auswärts bislang aber immerhin fünf Siege eingefahren.