Eine Wohnsiedlung in Niedersachsen mit identischen Häusern.

Stand: 10.04.2026 19:32 Uhr

Im Fall einer mutmaßlich über Jahre gefolterten Reinigungskraft sucht die Polizei Zeuginnen und Zeugen. Ermittler in Salzgitter haben jetzt ein Hinweisportal eingerichtet.

Tatverdächtig sind laut Staatsanwaltschaft eine 62 Jahre alte Frau, deren 28-jährige Tochter sowie der 49 Jahre alte Ehemann der Mutter. Sie sollen das 32-jährige Opfer mehrfach schwer misshandelt haben – die Taten ereigneten sich demnach zwischen 2022 und 2026. Für eine „lückenlose Aufklärung“ seien die Behörden nun auf Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen, hieß es am Freitag in einem Schreiben der Polizei. Das Hinweisportal des LKA richte sich an Personen, die Kenntnisse über die Misshandlungen haben oder weitere Zeugen namentlich kennen. Auch Videomaterial, das womöglich die Taten zeige, könne hochgeladen werden, heißt es. Das ist auch anonym möglich.

NDR Informationen: 49-Jähriger wegen Vergewaltigung vorbestraft

Die 32-Jährige wohnte laut Dokumenten, die dem NDR vorliegen, vorübergehend bei der Familie und übernahm aus Dankbarkeit Reinigungsarbeiten im Haushalt. Der Ehemann der Mutter soll die Taten zum Teil gefilmt haben – entsprechendes Material sei auf dem Handy des Mannes gefunden worden, heißt es. Der Mann soll vorbestraft sein, unter anderem wegen Vergewaltigung mit gefährlicher Körperverletzung. Der 49-Jährige sowie seine Frau und deren Tochter befinden sich in Untersuchungshaft.

Eine Wohnsiedlung in Niedersachsen mit identischen Häusern.

In einem Stadtteil in Salzgitter herrscht nach der Festnahme von drei Beschuldigten Betroffenheit. Niemand habe etwas geahnt.

Staatsanwaltschaft Braunschweig.

Gegen drei Beschuldigte wurde Haftbefehl erlassen, die schweren Misshandlungen an der Putzfrau sollen gefilmt worden sein.

Ein Einfamilienhaus in Salzgitter, in dem eine Familie ihre Putzhilfe gefoltert haben soll.

Die Vorwürfe gegen die Beschuldigten aus Salzgitter wiegen schwer. Im NDR Interview ordnet ein Kriminalpsychologe den Fall ein.