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Berlin – Um sich im umkämpften Drogen-Business in der Hauptstadt zu behaupten, waren Dealer sehr kreativ. Während die Bestellung meist diskret über das Smartphone läuft, findet die Werbung für harte Drogen auch analog statt – das Koks-Taxi wirbt jetzt per Postwurfsendung. In Berlin lassen Drogendealer Flyer in Briefkästen verteilen, um neue Kunden direkt an der Haustür abzugreifen. Geht es dreister?
Wer morgens seinen Briefkasten öffnet, erwartet Werbeprospekte, Rechnungen oder Post von der Versicherung. Neben Supermarkt-Angeboten finden Berliner jedoch Erstaunliches in ihrem Briefkasten: Auf einer fantasievoll bedruckten DIN-A5-Karte bieten die Drogenhändler eine breite Auswahl an Kokain und Marihuana.
Kauf eins, nimm zwei!
Ein Flyer, der derzeit in Berliner Briefkästen liegt, ist im Retro-Stil auf schwarzem Grund gehalten, der Lieferservice nennt sich „DaVinciFarms“. Unter dem Slogan „Green & White Delivery Service“ wird unverblümt mit „Weißem & Grünem“ geworben, gemeint sind offenbar Kokain und Marihuana. Die Versprechen klingen wie aus der Marketing-Abteilung: „Schnell. Diskret. Zuverlässig.“

Die Rückseite des Flyers: Nummern und QR-Codes sind unkenntlich gemacht
Die Lieferung wird innerhalb von 10 bis 40 Minuten zugesagt, die Bezahlung solle vor Ort erfolgen. Neukunden-Angebot: Bei einer Bestellung im Wert von 50 Euro soll die doppelte Menge geliefert werden.
Digitales Drogen-Menü
Wer einen der QR-Codes auf der Rückseite scannt, landet in einem Chat bei WhatsApp oder Telegram. Dort zeigt sich das Angebot des illegalen Supermarkts: Nur Minuten nach Kontaktaufnahme wird ein digitales Menü übersandt. Darauf zahlreiche Kokain– und Marihuana-Variationen mit Namen wie „Pineapple Express“, „Black Mamba“ oder „Ferrari“.
Der Berliner Polizei ist die Entwicklung bekannt. Ein Sprecher auf BILD-Anfrage: „Jeder Hinweis auf einen BtM-Lieferservice wird strafrechtlich verfolgt, da bereits das Verteilen entsprechender Druckerzeugnisse den Anfangsverdacht einer Straftat gemäß § 29 BtMG begründet.“ Doch die Dealer müssen kaum Konsequenzen fürchten. Da die Flyer-Verteiler oft schwer zu fassen sind, bleibt die Strafverfolgung in der Praxis schwierig.