Mit einem 2:1 (0:0) bei Fortuna Düsseldorf hat Holstein Kiel seinen kleinen Lauf in der 2. Fußball-Bundesliga auf sieben Punkte in drei Spielen ausgebaut und seine Karten im Abstiegskampf deutlich verbessert. Vor 49.500 Zuschauern in der Merkur Spiel-Arena war, wie schon beim 3:2-Sieg in Bochum drei Wochen zuvor, Kampf zu jeder Zeit Trumpf. Die KSV überzeugte durch unermüdlichen Einsatz und eine gute Chancenverwertung. Das sind die Noten für die „Störche“.

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Timon Weiner: Gute Fußabwehr gegen Rasmussen (3.) und gute Parade gegen Raimund (21.), beim 1:1-Ausgleich durch Itten (71.) rutschte ihm der Ball durch die Hosenträger. Hatte Glück, als Itten nur den Pfosten traf (75.), und schnappte sich noch zwei Kopfstöße von Lunddal (88.) sowie Itten (90.+10), womit er zugleich Zeit von der Uhr nahm. (Note 4)

Lasse Rosenboom: Verlor ein ums andere Mal einen entscheidenden Zweikampf, machte in Halbzeit eins keinen Stich im Vorwärtsgang, leitete dann aber ganz stark mit einem öffnenden Pass auf den rechten Flügel das 0:1 vor. Packte in der Schlussphase mehrfach gekonnt die gepflegte Grätsche aus. (Note 3,5)

Ivan Nekic: Ließ sich beim Ausgleich von Fortuna-Goalgetter Itten (zwölftes Saisontor) abkochen, gewann ansonsten fünf seiner sechs Zweikämpfe und sorgte aber mit einem Flachschuss ins lange Eck für die 2:1-Führung der „Störche“ (79.). Klärte vor dem durchbrechenden Itten (89.) und bewies über weite Strecken, dass er eine ganz feste Größe in der Viererkette ist. Insgesamt elf Mal klärte er. (Note 2,5)

David Zec: Bei Rasmussens anfänglicher Großchance nicht energisch genug. Prüfte per Kopf nach einem Skrzybski-Eckstoß Torwart Kastenmeier (31.), neigte lange Zeit immer mal wieder zu „Bruder Leichtfuß“. Erst in der Crunchtime des Spiels konzentrierte er sich aufs Wesentliche. Brachte zwar 96 Prozent seiner Abspiele zu einem Teamkollegen, gewann insgesamt aber nur sechs von 14 Zweikämpfen (Note 4)

John Tolkin: Was für ein Pech! Er rutschte vor Rasmussens Großchance weg (3.) und musste kurz darauf mit einer Knieverletzung raus. (Note -)

ab 7. Marko Ivezic: Wurde durchaus überraschend nicht für die Startelf nominiert, steckte diesen Nackenschlag aber scheinbar gut weg. Denn mit einer schnörkellosen Leistung war er ein guter Vertreter Tolkins. Jedoch hatte auch er mit einer Quote von „drei aus zwölf“ keine gute Zweikampfbilanz, was aber nicht ins Gewicht fiel. (Note 3,5)

Groß war die Freude bei Holstein Kiel nach dem 2:1-Siegtreffer durch Ivan Nekic, der von seinen Teamkameraden hier fast erdrückt wird.
Foto: imago/HMB-Media

Groß war die Freude bei Holstein Kiel nach dem 2:1-Siegtreffer durch Ivan Nekic, der von seinen Teamkameraden hier fast erdrückt wird.Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize

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Jonas Meffert: Sah früh Gelb (10.), was ihn in seiner Einsatzfreude in der Folge aber nicht hemmte. Setzte einen Schuss aus guter Position über den Balken (27.), klärte einmal in höchster Not per Kopf (35.). Mit einer 85-Prozent-Passquote für seine Verhältnisse eher unter Schnitt, insgesamt solide. (Note 3,5)

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Steven Skrzybski: Hatte gleich einige gute Zuspiele zu bieten, wie etwa einen genau getimten Diagonalball auf Kapralik, der einen Eckstoß herausholte (29.). Handelte sich eine unnötige Gelbe Karte ein (44.). 88 Prozent seiner 23 Pässe kamen an, zudem entschied er vier von neun Zweikämpfen für sich. (Note 3,5)

ab 60. Jonas Therkelsen: Es dauerte recht lange, ehe er das erste Mal in Erscheinung trat: Mit einer Flanke auf den zweiten Pfosten holte er den Eckstoß heraus, der zum 2:1 für die Kieler führte. Ansonsten fand er kaum noch ins Spiel, was lediglich drei Pässe (alle kamen an) und ein einziger geführter Zweikampf dokumentierten. (Note 4,5)

Umut Tohumcu: Eine schlechte Ballverwertung am Fortuna-Strafraum brachte ihm Gelb ein (24.), ferner schloss er ein Solo über den Platz zu eigensinnig ab (45.+4). Das Gleiche vollführte er acht Minuten nach dem Wiederbeginn. Sammelte immer mal wieder Pluspunkte als Wühler und Antreiber und bereitete mit einer listigen Eckenvariante die 2:1-Führung der Kieler vor. Agierte mit einer 86-Prozent-Passquote und entschied fünf von sieben Zweikämpfen für sich. (Note 3)

ab 90.+2 Niklas Niehoff: Stand trotz zehnminütiger Nachspielzeit nicht mehr im Rampenlicht. (Note -)

Ikem Ugoh: Bekam völlig überraschend den Vorzug vor Therkelsen und feierte somit als Startelfspieler sein Zweitligadebüt. Spielte von Beginn an unbekümmert auf, indem er als Ballverteiler hervorstach. Setzte einen schönen Schlenzer knapp übers Tor (21.) und traf nach einem Solo das Außennetz (54.). Blockte clever den Weg frei, als Nekic zum Sieg traf. Mit 12,05 km absolvierte er die längste Laufstrecke aller Kieler. (Note 2)

ab 90.+2 Frederik Roslyng: Entschied noch einen Luftzweikampf für sich, allerdings kam nur eines seiner drei Abspiele an. (Note-)

Da können die Düsseldorfer um Torwart Florian Kastenmeier nur machtlos hinterherschauen: Phil Harres (blaues Trikot) schiebt zum 1:0 für Holstein Kiel ein.
Foto: immo

Da können die Düsseldorfer um Torwart Florian Kastenmeier nur machtlos hinterherschauen: Phil Harres (blaues Trikot) schiebt zum 1:0 für Holstein Kiel ein.Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize

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Adrian Kapralik: Kam vor der Pause trotz vieler Bemühungen über Ansätze nicht hinaus, bediente dann jedoch in der 50. Minute mustergültig den mitgelaufenen Harres, der zum 0:1 einschob. Leistete ein starkes Laufpensum, sah jedoch seine fünfte Gelbe Karte (90.+1) und wird somit im Heimspiel gegen Kaiserslautern fehlen. (Note 3)

Phil Harres: Lange Zeit nicht zu sehen, dann schlug er einen herausragenden Diagonalpass auf Kapralik, der den Ball aber vertändelte (40.). Bewies beim 0:1 das Näschen eines Torjägers und übernahm mit nun sechs Treffern die Führung in der internen Torjägerliste. Der Verlauf der Partie spielte seinem Auftritt nicht in die Karten. (Note 3,5)