Für TuRU Düsseldorf beginnt die entscheidende Phase der Saison. Nur das Torverhältnis trennt die Blau-Weißen vom rettenden Ufer, doch die Auswärtsschwäche bereitet Sorgen. Vor dem Gastspiel beim TSV Solingen wächst der Druck – gleichzeitig lebt die Hoffnung auf den Klassenerhalt und eine stabile Zukunft an der Feuerbachstraße.

Gute Nerven braucht in diesen Tagen, wer es mit der Turu 80 hält. Der Traditionsverein aus Oberbilk ist aktuell das Sorgenkind unter den drei Düsseldorfer Landesligisten. Nach 26 Spieltagen belegt die Mannschaft von Francisco „Paco“ Carrasco einen Abstiegsrang in Gruppe 1. Und auch wenn sie aktuell nur das schlechtere Torverhältnis vom rettenden Ufer trennt, ist der Druck an der Feuerbachstraße enorm. Zumal ein Detail nichts Gutes verheißt.

Vier von sieben Spielen auswärts

Von nur noch sieben ausstehenden Partien – die Turu ist am letzten Spieltag Anfang Juni zur Tatenlosigkeit gezwungen, da der TVD Velbert sein Team zurückgezogen hat – finden vier auswärts statt. Und in der Fremde haben die Blau-Weißen bislang nicht allzu viel zustande gebracht. Mit nur acht Punkten aus zwölf Begegnungen belegt die Turu in der inoffiziellen „Auswärtstabelle“ Rang 14. Das ist die Bilanz eines Abstiegskandidaten.

Logisch, dass Francisco Carrasco vor dem nun anstehenden Gastspiel beim TSV Solingen inständig hofft, dass seine Schützlinge die Auswärtsschwäche ablegen können. „Es ist uns allen klar, dass wir nun auch in der Fremde besser punkten müssen. Anderenfalls wird es schwer, sagt der Spanier.

Auf dem Papier scheint das Restprogramm insgesamt machbar. Aus den derzeitigen Top-Sechs wartet am nächsten Wochenende nur noch Union Nettetal. Inwiefern dieser Umstand der Turu allerdings zum Vorteil gereichen wird, bleibt abzuwarten. Denn während die Carrasco-Elf gerade in der Hinrunde gegen die Spitzenklubs oft zu überzeugen wusste, blieb sie in manch vermeintlichem Duell auf Augenhöhe hinter den Erwartungen.

Vom Potenzial überzeugt

„Dass wir beispielsweise beide Spiele gegen Bergisch Born verloren haben, ist schon enttäuschend“, sagt Carrasco. Ungeachtet des nur mäßigen Saisonverlaufs ist der 51-Jährige unverändert vom Potenzial der von ihm zusammengestellten Mannschaft überzeugt. „Ich glaube immer noch, dass wir ein Team haben, das unter den ersten fünf, sechs Klubs in der Tabelle landen kann, wenn wir alle Spieler an Bord haben. Das haben wir ja auch in den Duellen mit den Konkurrenten aus diesen Gefilden zeigen können“, sagt Turus Sportchef.

Insbesondere die häufigen Umstellungen im Defensivverbund machten dem Coach immer wieder zu schaffen. Daniel Rey (12 Saisonspiele) stand auch aufgrund einer längeren Sperre in weniger als der Hälfteder Ligaspiele auf dem Platz. Auch sein kongenialer Partner in der Innenverteidigung Lukas Reitz steht bisher „nur“ bei 16 Einsätzen. Von so viel Wettkampfpraxis kann Maurice Bankoue nur träumen. Der ebenfalls für die Abwehr eingeplante Ex-Fortune ist einer der großen Pechvögel im Kader und bestritt bislang erst sieben Begegnungen.

Bei Francisco Carrasco ist die Hoffnung groß, dass in dieser Hinsicht Besserung eintritt. Entsprechend plant er im Sommer auch keinen megagroßen Umbruch an der Feuerbachstraße. „Natürlich wollen wir ein paar Dinge verändern und uns verbessern. Aber klar ist auch, dass wir den Stamm zusammenhalten wollen“, führt der Trainer weiter aus. Entsprechende Gespräche mit Teilen des Teams wurden bereits geführt. Demnach ist Carrasco zuversichtlich, unabhängig von der Liga neben Routinier Daniel Rey Alonso auch weitere Stützen wie Lukas Reitz, Mo Darwish, Selcuk Yavuz oder Sahin Ayas über den Sommer hinaus an die Turu binden zu können.