DB über große Probleme
„Es wird mit Sicherheit besser werden, aber nicht kurzfristig“
11.04.2026 – 09:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Bauarbeiter an Gleisen: 26.000 Baustellen belasten Hessen, das Rhein-Main-Gebiet und Saarbrücken. (Quelle: Hannes P Albert)
Züge fallen aus, Ersatzbusse fahren: Rund um Frankfurt kommt es durch viele Baustellen weiter zu Einschränkungen im Bahnverkehr. Wann hört das auf?
Die Deutsche Bahn setzt in Hessen und der Rhein-Main-Region aktuell umfangreiche Bauarbeiten um, die zu Verzögerungen und Ersatzverkehr führen. Nach Angaben des Unternehmens gibt es 2026 mehr als 26.000 Baustellen in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.
Besonders Pendler im Raum Frankfurt spüren die Folgen im Alltag. Verbindungen fallen aus oder dauern länger. Ersatzbusse ersetzen Züge auf einzelnen Strecken. Betroffen sind auch wichtige Knoten rund um Frankfurt und Mainz.
Der neue Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn, Ismail Ertug, erklärte, dass es grundfalsch wäre, den Menschen zu sagen, in sechs Monaten oder in einem Jahr wird es besser. „Es wird mit Sicherheit besser werden, aber nicht kurzfristig. Dafür ist einfach zu viel in den vergangenen Jahren versäumt worden“, sagte Ertug, der seit Januar 2026 im Amt ist. Ein Konzernbevollmächtigter ist in der Region erster Ansprechpartner der DB für Politik, Verwaltung und Ministerien, Wirtschaft und Verbände.
Mit einem Jahrzehnt werde man schon rechnen müssen, und zwar eines, in dem permanent gebaut werde, sagte Ertug. Bei der Zahl von 26.000 Baustellen seien aber auch kleinere Instandhaltungen dabei – ebenso wie die Sanierung größerer Achsen.
Die Zustandsnoten für das Schienennetz zeigen Handlungsbedarf auch in Hessen. Mit 2,90 lag der Wert 2025 zwar leicht über dem Bundesschnitt von 3,0, in der Region insgesamt jedoch teils darunter.
Für Fahrgäste im Rhein-Main-Gebiet soll sich vor allem die Planbarkeit verbessern. Bauarbeiten sollen künftig früher abgestimmt und klarer kommuniziert werden. Dazu habe die Bahn regelmäßige Abstimmungen mit Verkehrsverbünden und Kommunen eingeführt. Ertug sagte: „Dazu sind regelmäßige Bauinfo-Termine mit allen Beteiligten eingeführt worden, auch den Verkehrsverbünden und betroffenen Kommunen.“
Ein häufiges Problem aus Sicht der Fahrgäste sei nicht nur die längere Fahrzeit. „Ich glaube, die Menschen ärgert eher nicht, dass sie 15 Minuten länger fahren, sondern dass die Planbarkeit in der Vergangenheit nicht so gegeben war.“
Ein großes Projekt betrifft auch Verbindungen nahe Frankfurt: Die rechtsrheinische Strecke zwischen Wiesbaden und Troisdorf wird ab dem 10. Juli bis zum 11. Dezember gesperrt und saniert. Für diese Zeit ist ein umfangreicher Ersatzverkehr geplant.
