Die Gewerkschaft Verdi und die Arbeitgeber der Beschäftigten im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gehen auf die fünfte Verhandlungsrunde zu. Bevor es am Mittwoch soweit ist, kündigt Verdi allerdings einen weiteren Streik an. Der Warnstreik findet am Dienstag, 14. April, in zahlreichen bayerischen Städten statt – so auch in München. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) teilt mit, dass Fahrgästen an diesem Tag ein Notfahrplan zur Verfügung stehen wird.

Verdi Streik in München: So fährt der ÖPNV am Dienstag

Wie die MVG auf ihrer Internetseite mitteilt, sind von dem Warnstreik am Dienstag vor allem Fahrgäste der U-Bahn, Trambahn und der Buslinien bis zur Nummer 199 betroffen. Nicht bestreikt werden dagegen die Münchner S-Bahn, die Regionalzüge und die MVV-Regionalbuslinien.

Alle anderen Verkehrsmittel werden am Dienstag eingeschränkt fahren. Laut Angaben der MVG stellen private Busunternehmen rund die Hälfte des Münchner Busangebots. Sie werden nicht bestreikt und stehen dem Münchner ÖPNV damit auch am Dienstag weiterhin zur Verfügung. Diese Unternehmen stellen laut MVG während des Warnstreiks die Grundversorgung sicher. Die MVG weist allerdings darauf hin, dass die Verbindungen am Dienstag von der Auslastung und der Verkehrssituation abhängen werden. „Größere Unregelmäßigkeiten“ seien möglich.

Je nachdem, welches und wie viel Personal zur Verfügung stehen wird, sollen auch einzelne Tram- sowie U-Bahn-Linien ganz oder teilweise fahren. Die Priorität liege laut der MVG auf der Tramlinie 20 und der U-Bahn-Linie U6. Diese werden zunächst abschnittsweise in Betrieb genommen, sollten genügend Fahrerinnen und Fahrer zur Verfügung stehen. Damit orientiere sich die MVG an den Erfahrungen aus den vergangenen Streiktagen.

MVG: Aktuelle Informationen im Internet und via App

In ihrer Mitteilung empfiehlt die MVG, „am Streiktag auf andere Verkehrsmittel auszuweichen, Fahrgemeinschaften zu bilden oder Home Office einzuplanen“, sollte dies möglich sein. Das Unternehmen geht davon aus, dass der reguläre Betrieb ab Mittwoch, 15. April, ab 3.30 Uhr wieder möglich sein wird. Der Streik ist dann voraussichtlich beendet.

Fahrgäste erhalten am Streiktag auf der Internetseite der MVG sowie in der App des Unternehmens aktuelle Informationen zu ihren Verbindungen. Dort können sie laut dem Verkehrsunternehmen einsehen, welche Linien aktuell befahren werden. Eine Ausnahme gilt für U-Bahn-Verbindungen. Diese würden nicht auf der Internetseite und in der App angezeigt werden.

Die Meldung werde regelmäßig aktualisiert, so die MVG. Zudem helfe ein Lichtsystem aus grünen und roten Anzeigen auf der Internetseite und in der App dabei, pünktliche oder verspätete Verbindungen zu finden. Auch Anzeigen und Ansagen stehen den Fahrgästen am Dienstag zur Verfügung. Allerdings weist die MVG darauf hin, dass selbst die Vorab-Verbindungssuche nicht garantiere, dass die gewählte Verbindung später tatsächlich fahre.

Neben Verbindungen des ÖPNV können laut MVG auch die beiden Kundencenter des Unternehmens und das Fundbüro bestreikt werden. Die MVG-Garantie gelte nicht im Streikfall. Eine Erstattung von Abonnements, Fahrkarten sowie Wochen- und Monatskarten sei nicht möglich.

Die Gewerkschaft Verdi hat für Dienstag (14. April) einen weiteren Warnstreik angekündigt. In München setzt ein Notfahrplan ein.

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Die Gewerkschaft Verdi hat für Dienstag (14. April) einen weiteren Warnstreik angekündigt. In München setzt ein Notfahrplan ein.
Foto: Sven Hoppe, dpa (Symbolbild)

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Die Gewerkschaft Verdi hat für Dienstag (14. April) einen weiteren Warnstreik angekündigt. In München setzt ein Notfahrplan ein.
Foto: Sven Hoppe, dpa (Symbolbild)

Verdi München: Langer Streik mache „keinem Spaß“

Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte Haris Softić, Bezirksfachbereichssekretär bei Verdi München, dass es in der fünften Verhandlungsrunde am kommenden Mittwoch „im besten Fall“ zu einem Abschluss komme. Die Verärgerung der Fahrgäste könne er nachvollziehen: „Keinem macht so ein langer Streik Spaß“, so Softić.

Dennoch verteidigte er die Forderungen der Gewerkschaft. Sowohl eine Gehaltserhöhung als auch eine Verkürzung der Arbeitszeit müsse nach den Verhandlungen gegeben sein. Mit Blick auf die steigenden Benzin- und Lebensmittelpreise sagte Softić, dass auch bei den Verdi-Mitgliedern in den vergangenen Wochen der Druck größer geworden sei. Nun brauche es ein „annehmbares Angebot“ seitens der Arbeitgeber, um die Verhandlungen erfolgreich abzuschließen. Softić geht von einer Annäherung der beiden Seiten am Mittwoch aus.

  • Julia Mondry

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