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AUDIO: NDR 90,3 Aktuell (4 Min)

Stand: 11.04.2026 16:24 Uhr

Nach dem Fund einer Flasche mit der Aufschrift „Pikrin“ in Hamburg-Blankenese ist die hochgefährliche Substanz direkt vor Ort gesprengt worden. Dafür musste auch ein Teil der Elbe kurzfristig gesperrt werden.

Zuvor hatte sich ein Spaziergänger bei der Feuerwehr gemeldet und erklärt, er habe am Falkensteiner Ufer eine Flasche mit der Aufschrift Pikrin gefunden und in einem Mülleimer entsorgt. Dann seien ihm aber Zweifel gekommen, denn Pikrinsäure ist ein explosiver Stoff, der im Zweiten Weltkrieg verwendet wurde.

Stoff mit Laserverfahren geprüft

Spezialisten vom Umweltdienst der Feuerwehr fuhren daraufhin zum Falkensteiner Ufer. Mithilfe eines speziellen Laserverfahrens prüften sie, ob es sich tatsächlich um den gefährlichen Stoff handelt. Dafür holten sie eine kleine Menge der Substanz aus dem Mülleimer am Elbstrand. Schnell war klar, dass es sich um den hochgefährlichen Stoff handelt. Ein Entschärfer wurde gerufen – die Sprengung fand direkt vor Ort statt. Dazu musste kurzfristig ein Teil der Elbe abgesperrt werden. Nach der Sprengung wurden alle Sperrmaßnahmen aufgehoben.

Woher die hochgefährliche Pikrinsäure stammt, ist unklar. Laut Lagedienst könnte es sich bei dem Fund um Treibgut handeln, das angespült wurde.

Kristallisierte Pikrinsäure hochgefährlich

Pikrinsäure, die etwa im Chemieunterricht für zahlreiche Versuche benutzt wird, ist in flüssigem Zustand ungefährlich. Kristallisiert sie, kann sie aber so explosiv werden wie der Sprengstoff TNT. Solche Kristalle können sich durch zu lange oder unsachgemäße Lagerung bilden. Schon das Öffnen des Behälters ist dann gefährlich.