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Uns auf Google folgenUkraine eskaliert Drohnenangriffe – verheerende Bilanz für Putins TruppenDer ukrainische Oberbefehlshaber meldet massive Drohnenangriffe – auch tief im russischen Hinterland. © © IMAGO / NurPhoto / Symbolbild

Der ukrainische Oberbefehlshaber meldet massive Drohnenangriffe – auch tief im russischen Hinterland.

Der Drohnenkrieg ist zum Eckpfeiler der Kämpfe um die Ukraine geworden. Laut eigenen Angaben setzen die ukrainischen Streitkräfte vermehrt Drohneneinheiten ein, um russische Truppen und Infrastruktur zu attackieren. Diese Drohnenverbände seien aktuell einer der entscheidenden Faktoren, um russische Angriffe abzuwehren und größere Offensiven zu verhindern, erklärte der Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee, Olexander Syrskyj, in einem Beitrag in den sozialen Medien.

Nach dieser Darstellung fügen die ukrainischen Drohneneinheiten den russischen Truppen seit mehreren Monaten erhebliche Verluste zu. „Seit vier Monaten in Folge, beginnend im Dezember 2025, neutralisieren unsere Einheiten unbemannter Systeme mehr feindliche Truppen, als sie in ihre Reihen rekrutieren“, so Syrskyj in seinem Beitrag.

Mehr Drohneneinsätze und höhere Zielzahlen

Syrskyj berichtete von einer internen Lagebesprechung zur Weiterentwicklung der ukrainischen Drohnensysteme, in der insbesondere die Ergebnisse für den Monat März ausgewertet worden seien, so der Generalstab. Demnach stiegen die durch ukrainische Drohneneinheiten verursachten Gesamtverluste der russischen Truppen im März im Vergleich zum Februar um 29 Prozent.

Laut Syrskyj erfüllen die ukrainischen Drohnenverbände inzwischen durchschnittlich mehr als 11.000 Kampfeinsätze pro Tag. Im März seien 50 Prozent mehr bestätigte Ziele getroffen worden als im Februar, insgesamt mehr als 150.000, führte der Oberbefehlshaber aus.

Zahlreiche Angriffe tief in Russland

Besonders hob Syrskyj nach eigenen Angaben den Bereich der sogenannten „Middle Strike“-Mittel hervor, also Drohnenangriffe in einer Entfernung von rund 30 bis 120 Kilometern hinter der Frontlinie, wie der General weiter mitteilte.

Im März seien fast 350 solcher Angriffe geflogen worden. Dabei seien 143 logistische Objekte und Munitionslager, 52 Gefechtsstände der russischen Armee sowie 20 Ziele der russischen Öl- und Energiewirtschaft getroffen worden, erklärte der ukrainische Oberbefehlshaber.

Ausbau von Luft-, See- und Bodenrobotik

Neben den Luftdrohnen hätten im März auch bodengebundene Robotiksysteme der ukrainischen Armee ihre Einsatzzahl deutlich gesteigert, so Syrskyj weiter. Nach seinen Angaben erhöhten diese unbemannten Bodensysteme die Zahl ihrer Missionen im Vergleich zum Februar um mehr als 50 Prozent.

Der ukrainische Oberbefehlshaber verwies zugleich auf russische Bemühungen, die eigenen Drohnenkräfte auszubauen. Nach Erkenntnissen des ukrainischen Militärgeheimdienstes sei die Zahl der Soldaten in russischen Drohneneinheiten Anfang April auf etwa 101.000 gestiegen. Bis Ende 2026 plane Russland, diese Stärke auf 165.500 auszubauen.

Erfahrungs­austausch in Drohnenbrigaden

Syrskyj erklärte, die Ukraine baue weitere Drohneneinheiten in verschiedenen Teilstreitkräften auf, darunter in den Landstreitkräften und den Territorialverteidigungskräften. Zudem werde der Einsatz unbemannter Bootssysteme auf See vorangetrieben.

Als Beispiel nannte der Oberbefehlshaber die 414. separate Drohnenbrigade „Ptachy Madjara“. Diese Einheit sei unter anderem auf das Aufspüren und Zerstören von Start- und Landeplätzen russischer Drohnen spezialisiert. Im März seien Stellungen russischer Drohnenpiloten um 26 Prozent häufiger außer Gefecht gesetzt worden als im Februar, hieß es in Syrskyjs Darstellung. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.)