Die Schlange ist rund zweihundert Meter lang, größtenteils männlich, geschätzter Altersdurchschnitt: 15 Jahre. Ganz vorne steht der elfjährige Bilal Ramadan, er wartet schon seit fünf Stunden.

Samstagnachmittag, 16 Uhr, „Muca Kebap“ am Oranienplatz in Kreuzberg. Gleich werden hier 1000 Döner-Croissant verschenkt. Ein Marketingcoup. Ausgedacht von Lidl als Aprilscherz, der jetzt Realität wird. Weil „Muca Kebap“ mitmacht. Und weil ein Berliner Influencer die Aktion vorher groß beworben hatte.

Das Döner-Croissant besteht aus einem Croissant von Lidl, Knoblauch- und Kräutersoße, Kebapfleisch vom Jungbullen, Eisbergsalat und eine Scheibe Tomate. Der Döner bei Muca kostet 9 Euro. Das Döner-Croissant besteht aus einem Croissant von Lidl, Knoblauch- und Kräutersoße, Kebapfleisch vom Jungbullen, Eisbergsalat und eine Scheibe Tomate. Der normale Döner bei „Muca Kebap“ kostet 9 Euro.

© David Kirchner

Er sei schon auch wegen des Döner-Croissants hier, sagt Ramadan, „aber am meisten für Riton“. So heißt der Berliner Influencer auf Tiktok, wo ihm 1,5 Millionen Menschen folgen, so auch Ramadan. Ob er als Fan kurz erklären könne, was Riton so besonders mache? „Ja, der macht Videos auf Tiktok und isst verrückte Sachen.“ Vor zwei Wochen zum Beispiel hat er in seiner Heimatstadt Minden in NRW 100 Crookies, also Croissant-Cookies, verschenkt. In jedem Fall ist Riton ein „Croissant-Experte“. So drückt es der Pressesprecher von Lidl aus.

Ein paar Meter weiter hinten in der Schlange sitzen Jana R., 20, und Marlene S., 18, auf einer Picknickdecke. Die beiden Freundinnen kennen Riton nicht. Croissant-Expertinnen sind sie trotzdem, sie lieben Schokocroissants genauso wie Käsecroissants und hoffen auf eine vegetarische Option. „Das ist ja immerhin Berlin“, sagt Marlene S. Und wenn es keine gibt, auch nicht so schlimm. „Wir sind hauptsächlich wegen der kostenlosen T-Shirts da“. Darauf zu sehen: Ein stereotyper Dönerverkäufer mit einem Croissant-Spieß. In roter Schrift steht da: „Lidl Döner Croissant“.

Jana R., 20, und Marlene S., 18, bezeichnen sich als Croissant-Ultras und haben sich die Wartezeit mit Picknickdecke und Buch gemütlich gemacht. Jana R., 20, und Marlene S., 18, bezeichnen sich als „Croissant-Ultras“. Mit Picknickdecke und Buch machen sie sich die Wartezeit gemütlich.

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Dann erscheint Riton Balaj in der Dönerbude: Es geht los, das erste Döner-Croissant wird über den Tresen gereicht. Das zweite bekommt Bilal Ramadan. Es besteht aus „dem ikonischen Lidl-Buttercroissant“, Kräuter- und Knoblauchsoße, Dönerfleisch vom Jungbullen, Eisbergsalat und einer Scheibe Tomate. Ramadan schmeckt’s, zehn von zehn, sagt er. „Besser als ein normaler Döner.“ Wichtiger ist ihm allerdings, dass er heute noch ein Autogramm von Riton bekommt.

200 Meter Schlange, um den halben Oranienplatz herum, die ersten waren um 10 Uhr morgens da.  Bis zu 1.500 Menschen sollen da gewesen sein, sagt ein Pressesprecher von Lidl. Zwei hundert Meter lang war die Schlange auf jeden Fall.

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Nach ein paar rausgereichten Döner-Croissants reicht es Riton. Er steigt aufs Dach von „Muca Kebap“, Handys werden gezückt, und spricht durch ein Megafon. „Danke, dass ihr gekommen seid.“ Dann wirft er ein paar T-Shirts in die Menge., sein Fanclub rastet aus, schubst sich. Einer der drei Inhaber des Dönerladens sagt im hauseigenen Livestream: „Die Hütte brennt“. Ein von Lidl bezahltes Model sagt in die Kamera: „Schmeckt viel besser als erwartet“.

Tiktok-Bekanntheit steht für Döner-Corissant an

Und ein paar Meter weiter, an der Bushaltestelle „Oranienplatz“, steht ein Mann in einem Batmann-Kostüm mit einem Döner-Croissant in der Hand. „Schmeckt bombe“, sagt er mit einer gekünstelt tiefen Stimme. Es ist der Berliner Tiktoker „Bat of Berlin“.

Batman war auch da.  Die „Bat of Berlin“ war auch da. 

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Um 17 Uhr sind schätzungsweise 50 Döner-Croissants verschenkt. Die Schlange hat sich kaum bewegt. Das kann noch ein langer Abend werden.

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Zwei Stunden später haben es Jana R. und Marlene S. endlich bis nach vorne zum Dönerladen geschafft. Sie nehmen die vegetarische Option mit Halloumi. Und ergattern zwei der letzten zehn T-Shirts. „Das hat sich gelohnt, auch wenn wir insgesamt vier Stunden gewartet haben.“, sagt eine der beiden.