„Wir sind bereit“

Nato-Land plant Übergang zum Krieg

Aktualisiert am 11.04.2026 – 13:36 UhrLesedauer: 3 Min.

Nahostkonflikt - Militärschlag gegen Huthi-MilizVergrößern des Bildes

Waffentechniker der Royal Air Force bei der Vorbereitung eines Kampfflugzeugs vom Typ Typhoon FGR4. (Quelle: As1 Leah Jones/MoD Crown Copyright 2024/UK Ministry of Defence/dpa/dpa)

Die britische Armee holt ein Buch für den Kriegsfall wieder hervor. Luftwaffengeneral Knighton sieht den Frieden unter Druck.

Der britische Luftwaffengeneral und Generalstabschef Richard Knighton hat angekündigt, dass sich Großbritannien auf einen Kriegsfall vorbereitet. Die gesamte Bevölkerung, von der Armee über Krankenhäuser bis zu Unternehmen, muss sich auf einen Übergang zu einem Kriegsfall einstellen, sagte er dem Sender Sky News.

Das sogenannte „Kriegsbuch der Regierung“ sei aktualisiert worden, so der General. Das ursprünglich im Ersten Weltkrieg entwickelte Handbuch enthielt detaillierte Pläne zur Schulschließung, Krankenhausräumung, Lebensmittelrationierung und sogar zur Sicherung nationaler Kulturgüter.

Knighton betonte, dass Kriegsvorbereitung heute auch eine zivile Komponente umfasse. Kritische Infrastrukturen wie Kraftwerke, Wasserversorgung und Verkehrssysteme müssten nicht nur gegen Naturkatastrophen, sondern auch gegen feindliche Angriffe gesichert werden. „Wir müssen beim Erneuern unserer Infrastruktur daran denken, wie wir Resilienz einbauen – das erfordert andere Entscheidungen und andere Prioritäten“, sagte er. Die entsprechende Koordinierung liege beim Kabinettsbüro und umfasse die gesamte Regierung, so der Verteidigungschef.

Der General warnte zudem, dass der Frieden, den Großbritannien in den vergangenen 30 Jahren genossen habe, zunehmend unter Druck gerate. Die Bevölkerung müsse über wachsende Bedrohungen aufgeklärt werden und verstehen, wie sie die Nation und gegebenenfalls die Streitkräfte unterstützen könne.

Knighton stellte seine Warnung zudem in einen größeren historischen Zusammenhang. Großbritannien müsse Lektionen aus dem Kalten Krieg neu erlernen, sagte er auf einer Verteidigungskonferenz in London. Damals habe Vorsorge nicht nur militärische Planungen umfasst, sondern auch Bunkeranlagen, Vorräte und Übungen für nationale Krisenlagen.