Einspeisevergütung wird abgeschafft

Diese Eigentümer trifft es

Aktualisiert am 12.04.2026 – 04:01 UhrLesedauer: 3 Min.

Solarzellen auf einem HausdachVergrößern des Bildes

Wer Strom aus seiner Photovoltaikanlage ins Netz einspeist, kann sich bislang über eine Einspeisevergütung freuen: Das soll sich ab 2027 ändern. (Quelle: Nestor Bachmann/dpa-tmn/dpa-bilder)

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche will ab 2027 die Solarförderung für kleine Anlagen ersatzlos streichen. Das trifft vor allem Menschen auf dem Land.

Wer vor dem 1. Januar 2027 noch eine Solaranlage installiert, erhält 20 Jahre lang eine garantierte Einspeisevergütung für den Strom, den er ins Netz speist. Diese Vergütung liegt aktuell bei 7,78 Cent pro Kilowattstunde für Anlagen, die 10 kWp oder weniger Leistung umfassen. Größere Anlagen bekommen etwas weniger. Etwas mehr gibt es, wenn man den Strom vollständig einspeist und nichts selbst verbraucht.

Diese Einspeisevergütung will Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ab 2027 streichen. Eine entsprechende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) befindet sich aktuell in der sogenannten Frühkoordinierung innerhalb der Bundesregierung. Für kleine Anlagen bis zu einer Leistung von 25 kWp würde es keine Einspeisevergütung mehr geben, stattdessen müssten Anlagenbetreiber ihren Strom direkt vermarkten. Es soll für die Jahre 2027 bis 2029 allerdings eine Übergangsregelung geben, da dazu intelligente Stromzähler (Smart Meter) nötig sind, die aber bisher nicht flächendeckend im Einsatz sind. Größere Anlagen sollen eine neue Direktvermarktungsförderung bekommen.

„Kleine PV-Anlagen rechnen sich vielfach bereits heute aufgrund hoher Eigenverbrauchsanteile zum Beispiel für Wärmepumpen, Wallboxen, etc.“, heißt es in der EEG-Novelle. „Wer sich heute eine PV-Anlage für sein Eigenheim kauft – für den lohnt sich diese Investition innerhalb weniger Jahre. Hier bedarf es keiner Förderung auf Kosten des Steuerzahlers. Das senkt die Kosten und fordert Eigenverantwortung von denjenigen, deren Anlagen bereits wirtschaftlich sind.“

Eine neue Untersuchung der Beratungsplattform Aroundhome liefert nun Hinweise, dass diese Annahme stimmen könnte. So seien in den Großstädten vor allem kleine Anlagen installiert, die künftig keine Vergütung mehr bekämen. Und auch in ländlichen Gebieten wie Bayern oder Niedersachsen, wo vermehrt auch Anlagen über 25 kWp installiert werden, dürften die meisten in Zukunft leer ausgehen. In Bayern sind den Daten zufolge 7,8 Prozent der installierten Solaranlagen größer als 25 kWp. In Berlin sind es nur 0,5 Prozent.

Auch in ländlichen Regionen wie Sachsen, Brandenburg oder dem Saarland bleiben die Anteile unter 2,5 Prozent. Die große Mehrheit der PV-Anlagen müsste somit auf die Förderung verzichten.

Die Neuerungen würden nur für neue Anlagen gelten, bereits installierte PV-Systeme genießen Bestandsschutz. Trotzdem zeigen die Daten, wohin die Reise gehen könnte. „Die Analyse zeigt, dass Anlagen über 25 Kilowatt für private Eigentümer kaum eine Rolle spielen. Zukünftige Betreiber müssen damit potenziell auf mehrere Hundert Euro Einnahmen pro Jahr verzichten“, sagt Jannis Mischke, Experte für „Energieeffizientes Wohnen“ bei Aroundhome.