Aber für Ersatz ist gesorgt: Ein Integral S5D95, derzeit noch von der Regiobahn aus dem Großraum Düsseldorf eingesetzt, soll die interessierten Fahrgäste, derzeit etwa 80, zur Intermodellbau-Messe, der weltgrößten Messe für Modellbau und Modellsport, über Düsseldorf, Duisburg und Essen nach Dortmund bringen. An Bord wird es Catering und auch ein paar Souvenirs geben.
Dass Privatleute das Schienennetz der Bahn mit ihren eigenen Zügen nutzen dürfen, macht eine Kooperation des S-Bahn-Vereins mit einem lokalen Eisenbahnunternehmen aus Wuppertal möglich: Das Eisenbahnverkehrsunternehmen überprüft die Reparaturen des Vereins an der S-Bahn auf ihre Richtigkeit und erteilt die Freigabe für den Einsatz auf der Strecke der Bahn.
Dann fehlt aber natürlich noch der Platz auf dem Gleis, um den sich die S-Bahn-Fans bei der DB Infrago für eine Fahrtzeit bewerben mussten. Die Tochtergesellschaft der Bahn verwaltet schließlich das Streckennetz und die Fahrpläne. Viel Zeit und Arbeit stecken die Ehrenamtler in das Projekt – und auch in den kommenden Jahren einiges an Geld.
So braucht der „heilige ET“ etwa auch in Zukunft einen Stellplatz, für den Kosten von 20.000 bis 40.000 Euro pro Jahr veranschlagt werden. Hinzu kommen die Aufwendungen für Ersatzteile und weitere Betriebskosten.
Die Spendenbereitschaft aus der Eisenbahner-Community ist beträchtlich: Laut Blaufuß kamen für die sechsstellige Kaufsumme des „Heiligen ET“ rund 60 Prozent aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen zusammen, der Rest über Privatkredite von Vereinsmitgliedern. Unter den rund 50 Spenden seien auch zwei Einzelspenden im „niedrigen fünfstelligen Bereich“ gewesen und auch „ein paar im vierstelligen Bereich“.
Es ist wohl dieser Enthusiasmus, der den Verein nun zum Kauf eines weiteren Zugs antreibt. Derzeit werden Spenden für den Kauf eines S-Bahn-Waggons aus den 1980er-Jahren gesammelt. In der Gruppe sind eben einfach alle „mit dem Eisenbahnvirus infiziert.“