Der Frühling steht in den Startlöchern: Mit den höheren Temperaturen beginnt die Fahrradsaison. Die Redaktion zeigt, an welchen Stellen im Augsburger Land besondere Vorsicht geboten ist und wo es in der Vergangenheit die meisten Unfälle gab.

Das bayerische Verkehrsministerium führt eine Statistik darüber, wo es die meisten Unfälle in Bayern gibt. Spitzenreiter ist die Augsburger Innenstadt: Dort gab es im Jahr 2025 weit über 100 Radunfälle. Direkt dahinter folgt Königsbrunn, dort wurden rund 40 Radunfälle im vergangenen Jahr verzeichnet. Vor allem die Bürgermeister-Wohlfahrt-Straße und die Bobinger Straße sind gefährlich.

Was sind die gefährlichsten Fahrradstrecken im Augsburger Land?

Den dritten und vierten Platz belegen Gersthofen sowie Friedberg in der Statistik, während Neusäß auf dem fünften Platz landet. Dahinter folgen Stadtbergen mit etwa 20 sowie Schwabmünchen und Bobingen mit etwa 15 Radunfällen. Kritische Stelle in Stadtbergen ist die Kreuzung Leitershofer Straße und Panzerstraße. Paul Metz, Bürgermeister von Stadtbergen, kann dies nicht nachvollziehen. „Ich bin überrascht, da uns und der Polizei an dieser Stelle keine Vorfälle bekannt sind. Es gibt an dieser Stelle sogar zwei separate Radwege, die von der Straße getrennt sind“, so Metz. In Bobingen ist die Königsbrunner und die Bahnhofsstraße gefährlich, während es in Gersthofen die meisten Unfälle mit Radfahrern auf der Augsburger Straße gibt. In Neusäß sollten Radfahrer vor allem auf der Hauptstraße aufpassen. Die Top 10 der Radunfälle im Augsburger Umland komplettieren Mering und Meitingen.

Vor allem die Hauptstraßen der Städte im Augsburger Land sind gefährlich

Vor allem die Hauptstraßen, die durch den gesamten Ort führen, sind gefährlich. Dies zeigt sich in Bobingen, Gersthofen und Neusäß und lässt sich durch die vielen Kreuzungen erklären. Kreisverkehre sind sehr sicher, während unübersichtliche Kreuzungen und viele Parkplätze am Straßenrand Gefahren bergen, wie der ADFC Augsburg mitteilt. Vor allem Tempo 30 könne zumindest die Schwere der Unfälle abmildern. „Dort gibt es eigentlich keine tödlichen Unfälle mehr“, teilt der ADFC mit. Außerdem würden eigene Ampelschaltungen und Wegeführungen die Sicherheit der Radfahrer erhöhen.

Die Polizei erinnert Radfahrer an Helme und warnt vor hoher Geschwindigkeit

Das zuständige Polizeipräsidium Schwaben Nord selbst sieht im Augsburger Land keine Unfallschwerpunkte. „Viele Stellen wurden baulich behoben“, heißt es dort auf Nachfrage. Anders sei es in der Stadt Augsburg. „Dort wurde manches für Fahrradfahrer verändert, aber es reicht immer noch nicht, um den jeweiligen Unfallschwerpunkt zu beheben.“ Doch eine Beobachtung macht die Polizei immer wieder, auch im Landkreis Augsburg: Besonders schwer verletzt bei Unfällen würden ältere Menschen, die ein E-Bike oder Pedelec fahren, ohne Helm unterwegs sind und die Geschwindigkeit der motorisierten Zweiräder unterschätzen.

Fakt ist auch: Nach dem Statistischen Bundesamt ist die Anzahl der getöteten Radfahrer infolge von Unfällen seit 2014 gestiegen. Pro Jahr gibt es 400 getötete sowie über 90.000 verletzte Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland, wie der ADFC mitteilt. Dieser zeigt sich darüber jedoch nicht überrascht. Radwege sind generell oft kaputt, von Hindernissen übersät, viel zu schmal, zugeparkt oder fehlen oft ganz – so die Kritik der weltweit größten Interessenvertretung von Radfahrern und Radfahrerinnen. Generell gelte: Radfahrer sollten nicht immer auf ihre Vorfahrt bestehen, um sicher ans Ziel zu kommen. (mit corh)

  • Niklas Bröll

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