„Weimar des Nordens“

Hier wohnten Adelige und Herzöge: Das malerische Schloss Eutin

Aktualisiert am 12.04.2026 – 07:02 UhrLesedauer: 2 Min.

Wooden bridge leading to the castle in EutinVergrößern des Bildes

Eutiner Schloss (Archivfoto): Das Bauwerk ist fußläufig vom Stadtzentrum zu erreichen und beherbergt heute eine Ausstellung. (Quelle: Marc Venema)

Das Städtchen Eutin lockte einst Dichter und Denker an den See. Heute sind es die Festspiele, die bei Besuchern beliebt sind und für die ein Ausflug aus Hamburg lohnt.

Malerisch am See gelegen, avancierte die kleine Stadt Eutin im 18. und 19. Jahrhundert zum geistigen Hotspot: Die Fürstbischöfe aus dem Hause Holstein-Gottorf lockten Dichter, Denker und Künstler an ihren Hof. Eutin wurde als „Weimar des Nordens“ bekannt. Daher ist es wenig überraschend, dass viele Prachtbauten aus dieser Zeit stammen.

Der große Marktplatz mit dem Rathaus von 1791 und der Hofapotheke von 1704 ist heute wie damals ein zentraler Treffpunkt. Wer mehr über die glorreiche Zeit der Stadt erfahren will, sollte sich einer Führung anschließen. So gibt es eine Nachtwächter-Führung oder auch spezielle Angebote für Kinder.

Ein besonderer Höhepunkt der Stadt ist das fußläufig zum Stadtzentrum gelegene Schloss, direkt am Großen Eutiner See. Heute beherbergt es ein Museum und zeigt das Leben der Fürstbischöfe im 18. Jahrhundert. Die Ausstellung umfasst barocke Salons, Original-Möbel und Gemälde. Ein Raum ist Katharina der Großen gewidmet, die hier Zar Peter III. kennenlernte.

Das Ostholstein-Museum im ehemaligen Marstall zeigt Kunsthandwerk und Gemälde, darunter Werke von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein. Für Gartenfreunde ist der großzügig gestaltete Schlossgarten, angelegt im 17. Jahrhundert, eine Muss. Sehenswert sind die Lindenallee, der Sonnentempel und der historische Küchengarten. Vom Schlossgarten gelangt man an eine Uferpromenade am See entlang bis zum Seepark. Dort gibt es Picknickplätze und Spielmöglichkeiten für Kinder.

Im Sommer finden die Eutiner Festspiele statt, bei denen Opern und Musicals aufgeführt werden. Die Bühne befindet sich direkt am See, die Zuschauer sitzen mit dem Rücken zum Wasser. Die Festspiele bieten im 75. Jubiläumsjahr 2026 Aufführungen des Musicals „Hair“ und Puccinis „Turandot. Start ist 26. Juni, es sind bereits Karten im Verkauf. Wer keine große Lust auf Livemusik hat, macht eine Schifffahrt auf dem Großen Eutiner See oder besucht die historische Freibadeanstalt.