So funktioniert Jugger
Die Sportart verbinde verschiedene Aspekte von Fechtkampf, Ringen und Rugby, schreiben die Jugger „Leipziger Nachtwache“ auf ihrer Webseite. In einem Team spielen fünf Menschen, ein Läufer und vier sogenannte „Pompfer“.
„Der Läufer muss versuchen, den Jugg in das Tor des Gegners zu stecken“, erklärt Till. „Die anderen vier Personen haben irgendwelche Waffen, die wir auch Pompfen nennen, in der Hand.“ Ziel der Pompfer sei es, das gegnerische Team abzuschlagen.
„Ich glaube, man muss vor allem Spaß daran haben, im Team zu spielen, sich viel aufeinander abzustimmen“, beschreibt Till. „Und ansonsten muss man, glaube ich, Spaß daran haben, auch irgendwie taktisch sich da reinzufuchsen. Aber man kann es auch einfach für den Spaß am Spiel spielen.“
Die Sportart basiert auf einem australischen Science-Fiction-Film der 1980er-Jahre, „Die Jugger – Kampf der Besten“. Till Rehmann erklärt, dass in den 1990er-Jahren daraus die Sportart Jugger entstanden ist, die seitdem immer weiter entwickelt wird.
Poolnodeln, Styropor und Teambuilding
Die verschiedenen Pompfen findet man allerdings nicht im üblichen Sportgeschäft. Aber auch das sei Teil der Freude an diesem Sport, sagt Till: „Man baut viel selbst, holt sich die Zutaten zusammen. Die Materialien kriegt man auch in irgendwelchen Baumärkten oder bestellt die online. Dann wird halt ein bisschen zusammengeschraubt.“
Studentin Anna ist auch über den Hochschulsport zum Jugger gekommen. „Ich habe so eine Regel, dass ich quasi jedes Semester einen neuen Sport beim Hochschulsport ausprobiere. Und ich habe mir ein Jahr gedacht: Ja, nehme ich doch mal was, was mir gar nichts sagt.“ Vor allem, dass die Gemeinschaft eine so große Rolle spielt, gefällt ihr. „Also nach dem Training verbringen wir oft noch Zeit zusammen und machen auch außerhalb des Sports zusammen Dinge.“
Trainiert wird montags und mittwochs. Im Park legen sie sich ihr 20 mal 40 Meter Spielfeld aus.
Weltmeisterschaft 2026 in Dresden
120 Teams aus aller Welt werden in Dresden Anfang September zusammenkommen, um gemeinsam Jugger zu spielen, beschreibt Till. Solche Turniere seien immer ein Highlight. Er selbst war bereits auf internationalen Turnieren in Spanien und Österreich.
Wer Jugger selbst einmal ausprobieren will, kann sich für dieses Sommersemester über die Webseite oder Instagram bei der Leipziger Nachtwache melden.