In Leipzig war es einer dieser Tage, die nicht gemacht sind für Haris Tabakovic. Borussia Mönchengladbach kam bei der Kostenpflichtiger Inhalt 0:1-Niederlage bei RB nur sporadisch nach vorn, selten brachten seine Kollegen den Ball in den Strafraum. Eben da hat der Mittelstürmer seine Stärken. Kostenpflichtiger Inhalt So kam er kaum zur Geltung, zweimal schoss er aufs Tor, das aber ohne echte Gefahr zu erzeugen.

Entsprechend frustriert reiste Tabakovic nach dem Spiel nach Mainz. Dort war er erstmals im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF zu Gast. Und das in einer Doppelrolle: Als bosnischer Volksheld, der sein Land gegen Italien zur Weltmeisterschaft geschossen hat, und als Abstiegskämpfer in Gladbach.

„Wir haben etwas Unfassbares geschafft“, sagte Tabakovic rückblickend auf das Play-off gegen Italien, bei dem er erst das 1:1 erzielte und damit die Verlängerung erzwang, bevor er im Elfmeterschießen spektakulär verwandelte. Ganz Bosnien feierte ausgelassen, er auch, „aber im Klub wartet dann der Abstiegskampf“, sagte Tabakovic. Und auf ihn, den in seiner Heimat Gefeierten, ein Bankplatz beim 2:2 gegen Heidenheim. In Leipzig startete Tabakovic wieder.

Den Status quo der Borussen nach dem Spiel beim Champions-League-Anwärter kennt der 31-Jährige nur zu gut: „Es ist Abstiegskampf, es ist Crunchtime, da geht es darum, dass man Punkte holt. Wir haben es in der eigenen Hand und ein Polster von fünf Punkten. Aber wir müssen definitiv mehr punkten“, sagte Tabakovic.

Gladbachs Zukunft ist auch fünf Spieltage vor dem Ende der Saison offen. Und damit die von Haris Tabakovic, zumindest über den Sommer hinaus. Denn er ist nur bis zum Saisonende ausgeliehen von der TSG Hoffenheim, eine Kaufoption gibt es nicht. Eine Ablösesumme von fünf Millionen Euro ruft Hoffenheim auf. Geld, das Gladbach derzeit nicht hat.

„Es wird erst dann möglich sein, über grundsätzliche Transfers zu sprechen, wenn wir wissen, ob wir in der Bundesliga sind“, stellte Sportchef Rouven Schröder klar. Es gab noch keine Gespräche mit dem besten Torschützen dieser Saison, elfmal hat Tabakovic in der Liga getroffen.

Tabakovic: Leeds und Lille interessiert, Gespräche mit Wolfsburg?

Längst gibt es für den Stürmer andere Interessenten. Leeds United mit dem früheren Gladbacher Coach Daniel Farke, soll interessiert sein, auch der OSC Lille aus Frankreich und der VfL Wolfsburg. Mit dem soll es nach Informationen unserer Redaktion schon Gespräche gegeben haben, unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit des VW-Klubs, der trotz der sportlichen Situation andere Möglichkeiten hat als Gladbach.

Borussia ist für Tabakovic ein „unglaublicher Klub“, bei dem er sich wohlfühlt, aber eben keine verlässliche Größe bei der Zukunftsplanung. Was die angeht, hat Tabakovic aber einen klaren Plan, wenn auch erst mal nur bis zum Sommer.

„Es sind für mich fünf Spiele, da geht es darum, dass der Verein in der Liga bleibt, das ist mein Job. Dann hoffe ich, gesund zur WM zu fahren. Danach bin ich, Stand jetzt, Spieler von Hoffenheim“, sagte Tabakovic. Bis 2027 läuft dort sein Vertrag. Dass er aber nicht wieder für die TSG spielen wird, ist anzunehmen. „Es ist aber alles spekulativ“, sagte Tabakovic.

Gladbachs Tabakovic und die WM: „Natürlich fährt er mit“

Was er aber weiß: Bleibt er gesund, wird er zur WM fahren. Diese Zusage machte Bosniens Trainer Sergej Barbarez am Samstag. „Wenn er gesund bleibt, fährt er natürlich mit“, sagte der frühere Bundesliga-Profi. Barbarez outete sich als „Fan von Haris, das war ich schon immer wegen seiner Spielweise und seines Auftretens“.

Auch in Gladbach hat sich Tabakovic, der vor sechs Jahren vertragslos und nahe dran war, seine Karriere zu beenden, und nun ein bosnischer Held ist, nicht nur als Torjäger oder Typ präsentiert. Am Samstag zeigte er zudem, dass er Aufträge erfüllen kann. „Rouven Schröder hat mir gesagt, ich muss mit drei Treffern an der Torwand heimkommen“, verriet Tabakovic. Er traf dreimal.