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Hannover – Ein Jahr lang hat sie sich vorbereitet – jetzt legt Ex-Grünen-Chefin Ricarda Lang in Hannover los. Um 12.15 Uhr startete sie zu ihrem ersten Halbmarathon durch Niedersachsens Landeshauptstadt. Es ist gleich eine doppelte Premiere: Lang ist in der Vorbereitung einmal 18 und einmal 20 Kilometer gelaufen. Nie die volle Distanz. Sie hat auch Proviant dabei: einen Karamell-Schoko-Proteinriegel. In den Taschen ihrer taupefarbenen Laufleggings hat sie nur AirPods, den Haustürschlüssel und ihr Smartphone.

„Dass ich das durchziehe, das ist mein größtes Ziel“

BILD traf Lang am Vorabend des Halbmarathons zur Pasta-Party auf der Terrasse am Neuen Rathaus. Bei Nudeln mit grünem Pesto und Pinienkernen sprach sie über Training, Ziele und ihre Motivation. Pro Kilometer braucht sie „ungefähr sieben Minuten“, sagt Lang. Diese Zeit hat sie sich auch als Ziel für den Halbmarathon gesetzt. Aber: Ob sie es wirklich in 2:28 Stunden schafft, steht gar nicht so sehr im Fokus: „Ich will mir einfach beweisen, dass ich das durchziehe, das ist mein größtes Ziel“, sagt die Politikerin, die für die Grünen im Bundestag sitzt.

Mai 2025: Ricarda Lang (32, Grüne) eine Woche nach ihrem ersten Mal Joggen

Mai 2025: Ricarda Lang (32, Grüne) eine Woche nach ihrem ersten Mal Joggen

Foto: Instagram/ricardalang

Zum ersten Mal ist Lang im Mai 2025 gelaufen – zusammen mit ihrem Mann Florian Wilsch. Der Mathematiker lebt in Hannover. Beim Halbmarathon startet sie aber allein: „Er ist auf einem Forschungsaufenthalt in Kanada.“ In Berlin laufe sie in der Regel um 6.30 Uhr durch Schrebergärten. „Das ist in der Nähe, wo ich wohne, da gehe ich aus der Haustür und bin schnell da.“

Proteinriegel und stilles Wasser

Beim Laufen setzt sie auf das Nötigste: Proteinriegel und stilles Wasser. Auf andere Hilfsmittel wie Kompressionssocken, Energie-Gels und Iso-Getränke verzichtet sie. „Das Wichtigste ist, dass man gute Schuhe hat.“

Ein Proteinriegel und stilles Wasser: Ricarda Lang zeigt in BILD ihr Proviant

Ein Proteinriegel und stilles Wasser: Ricarda Lang zeigt in BILD ihren Proviant

Foto: Nadja Aswad

Auch beim Abnehmen habe sie auf Hilfsmittel verzichtet und z. B. keine Appetitzügler-Spritze verwendet, sagt Lang auf Nachfrage. Warum? „Ach, es gab gar keinen so ganz spezifischen Grund, ich habe versucht, ob es ohne funktioniert – und es hat funktioniert. Dann ist es ja auch gut so.“ Mehr als 40 Kilo hat sie inzwischen an Gewicht verloren.

Lang beim Dehnen kurz vor dem Start ihres ersten Halbmarathons

Lang beim Dehnen kurz vor dem Start ihres ersten Halbmarathons

Foto: Stefan Hesse/BILD

Sport sei ein Thema, das für sie bisher „mit Angst oder mit Selbstzweifeln verbunden war“, schildert Lang. Entsprechend hart waren ihre ersten Schritte als Läuferin: „Ich war froh, wenn ich drei Kilometer hinbekommen habe.“ Das zurückliegende Jahr sei geprägt von „Disziplin, Durchhaltevermögen und sich aufraffen, wenn man nicht möchte – aber auch von viel Freude, und von einem neuen Körpergefühl“.

Beim Laufen hört Lang „Spice Girls“

Wird sie nach dem Gewichtsverlust anders behandelt? „Das hat sich schon sehr stark verändert“, sagt Lang mit Blick auf Hass im Netz und auch auf Begegnungen im Alltag – „was ich aber auch ein bisschen schade finde, denn natürlich hängt der Wert eines Menschen nicht davon ab“. Oft würden die Körper anderer beurteilt – unter dem Vorwand, sich um deren Gesundheit zu sorgen, meint Lang, und macht klar: „Keiner Gesundheit von irgendjemandem hilft es, im Netz beschimpft zu werden oder blöd angemacht zu werden.“

Lang zeigt ihren Glücksbringer: Die Kette mit grünem Smaragd ist ein Geschenk ihrer Schwiegereltern

Lang zeigt ihren Glücksbringer: Die Kette mit grünem Smaragd ist ein Geschenk ihrer Schwiegereltern

Foto: Stefan Hesse/BILD

Wenn es mal nicht weitergeht, geben ihr die Spice Girls den Kick, dann trällert Lang bei „Wannabe“ mit. „Das ist mein absolutes Gute-Laune-Lied“, verrät die Politikerin. „Wenn ich mal gar keinen Bock habe, werden die Spice Girls angemacht.“ Beim Halbmarathon versuche sie allerdings, aufs Mitsingen zu verzichten: „Das möchte ich meinen Mitläufern nicht antun.“