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Klare Kante vom Handball-Rekordmeister! Der THW Kiel gewinnt das Nord-Derby in der Daikin Handball-Bundesliga beim HSV Hamburg 34:27 (19:13). Der äußere Rahmen stimmte mit 11.619 Zuschauern in der Barclays Arena. Das frühere Top-Duell ist diesmal allerdings nur der Vergleich der Enttäuschten. Rekordmeister Kiel hechelt in dieser Spielzeit den eigenen Erwartungen (u.a. Champions-League-Quali) hinterher, hat 13 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Magdeburg. Zuletzt der Stolperer gegen Eisenach (30:30).

Foto: Dyn

„Das tut mir weh, weil uns die Konstanz fehlt. Manchmal bin ich sprachlos“, erklärt THW-Kapitän Domagoj Duvnjak vor dem Auftritt bei seinem Ex-Klub. In der Woche gab es Tacheles beim THW, der beim Nord-Rivalen neben Emil Madsen (Knie-OP) auch auf Elias Ellefsen á Skipagøtu (Schulter) und Veron Nancinovic (Nasenbeinbruch) verzichten muss. Torwart Gonzalo Pérez de Vargas: „Wir haben besprochen, dass wir mehr Energie und Intensität auf die Platte bringen müssen.“

Und genau das tun die Kieler im Derby, das 15 Minuten ausgeglichen ist. Dann erhöhen Duvnjak & Co. die Schlagzahl, fangen an zu zaubern. Nationalspieler Lukas Zerbe trifft nach 30-Meter-Zuspiel von Rune Dahmke per Kempa-Tor. Auch Pérez de Vargas zeigt seine Weltklasse – der THW-Schlussmann mit einem 35-Meter-Wurf ins leere HSV-Tor zum 19:13.

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Und Hamburg? Auch beim HSV wechseln Licht und Schatten in der Saison – Konstanz ist Fehlanzeige. Immerhin kann der Klub wieder auf Co-Kapitän Andreas Magaard setzen. Der Däne mit Blitz-Comeback nach Knie-OP im Januar – aber ohne die erhoffte Power. Die Hamburger ohne die nötige emotionale Power, die gegen Kiel nötig gewesen wäre. Und erneut mit löchriger Defensive, vor der Pause mit zu vielen technischen Fehlern im Spielaufbau. Kiel nutzt viele konsequent und setzt sich ab.

Hübsch: Auch HSV-Däne Nicolaj Jörgensen zeigt sein feines Händchen – zwei Siebenmeter-Leger über Pérez de Vargas und Andreas Wolff. Die fast ausverkaufte Hamburger Arena: ein Stimmungstempel. Als die manchmal überforderten Schiedsrichter Fabian Friedel und Rick Herrmann dann Zerbe nach einem Gegenstoß-Foul an Frederik Bo Andersen nach VAR-Studium überraschend Rot (37.) zeigen, wird es richtig laut. Hamburg kämpft sich ran – aber Kiel bleibt cool, hat mit dem spanischen Weltklasse-Keeper Pérez de Vargas den besseren Torwart und am Ende zwei Punkte im Kampf um die Königsklasse.