FSV Mainz 05 – SC Freiburg 0:1 (0:0)

Fußball-Bundesligist SC Freiburg hat das Duell der Europapokal-Träumer für sich entschieden und weiteres Selbstvertrauen für den nächsten europäischen Showdown getankt. Die Mannschaft von Trainer Julian Schuster, die in der Europa League gute Karten auf den Einzug ins Halbfinale besitzt, gewann das Auswärtsspiel gegen den Conference-League-Teilnehmer FSV Mainz 05 mit 1:0 (0:0).

In der Tabelle schlossen die Freiburger wieder bis auf zwei Punkte zum Siebten Eintracht Frankfurt auf. Lucas Höler (47.) entschied mit seinem Kopfballtor die Partie am Sonntagabend.

Der Sportclub hatte am Donnerstag den spanischen Klub Celta Vigo eindrucksvoll mit 3:0 im Viertelfinal-Hinspiel bezwungen, die 05er hatten gegen Racing Straßburg gewonnen (2:0). Beide stehen damit kurz vor dem ersten europäischen Halbfinale der Klubgeschichte.

„Heute zählt nur Mainz“, hatte Trainer Schuster vor dem Spiel bei DAZN gesagt. „Das, was am Donnerstag war, was uns für heute hilft, versuchen wir zu transportieren. Bei allem anderen ist es wichtig, dass es keine Rolle spielt.“ Auch sein Gegenüber Urs Fischer sah „eine gewisse Gefahr im Kopf“ vor dem Spiel: „Heute ist wieder Alltag, da geht es nach wie vor ums Überleben. Ich denke immer noch, es ist noch nichts geschafft.“

Auf dem Platz ließen es die beiden Mannschaften in der ersten Hälfte gemächlich angehen. Echte Höhepunkte wie der wuchtige Distanzschuss von Stefan Posch (26.) besaßen Seltenheitswert. Den Versuch lenkte Freiburgs Torwart Noah Atubolu an den Pfosten.

Nach dem Seitenwechsel nahm das Spiel an Fahrt auf – was vor allem den Gästen zu verdanken war. Wenige Momente nach Wiederanpfiff fand ein langer Einwurf Matthias Ginter, der mit dem Fuß auf Höler ablegte und so dessen Kopfball-Bogenlampe ins Tor vorbereitete. Die Freiburger blieben dran, Daniel Batz musste gleich zweimal innerhalb weniger Augenblicke gegen einen Distanzschuss und dann einen Kopfball von Johan Manzambi retten (60.).

Die Mainzer steckten nicht auf und drängten immer wieder auf den Ausgleich. Dominik Kohr verfehlte nach einer Ecke das Tor (63.). Ansonsten blieben die Versuche der 05er aber meist zu unkonkret. Immerhin bei der Rückkehr von Spielmacher Nadiem Amiri entbrannte Jubel bei den Mainzer Fans. Der Nationalspieler war seit Ende Februar mit einer Fersenverletzung ausgefallen.

VfB Stuttgart – Hamburger SV 4:0 (2:0)

Ein spielfreudiger VfB Stuttgart hat im engen Kampf um die Champions League ein deutliches Zeichen gesetzt. Nach dem Dämpfer gegen Borussia Dortmund gewann die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß gegen Aufsteiger Hamburger SV verdient mit 4:0 (2:0), schob sich in der heißen Saisonphase auf Rang drei vor und baute den Vorsprung vor dem Fünften Bayer Leverkusen auf vier Punkte aus.

Angelo Stiller brachte den klar überlegenen VfB in Führung (22.). Chris Führich gelang vor 60.000 Zuschauern das 2:0 (32.). Maximilian Mittelstädt erhöhte (56.), Joker Bilal El Khannouss (86.) besorgte den Endstand. Der Sieg hätte noch deutlich höher ausfallen können, Deniz Undav schoss noch einen Foulelfmeter nach Videobeweis über das Tor (82.).

Am kommenden Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) stehen die Schwaben vor der großen Herausforderung beim FC Bayern, Undav wird dem VfB dort wegen seiner fünften gelben Karte fehlen. Der HSV blieb zwar auch im vierten Spiel in Serie sieglos, liegt aber vor dem brisanten Nordderby am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei Werder Bremen immer noch sechs Zähler vor dem Relegationsplatz.

Hoeneß setzte nach dem bitteren 0:2 gegen den BVB auf volle Offensiv-Power. Er brachte in der Startelf Jamie Leweling und Ermedin Demirovic. Dazu sollten Undav und Führich für die nötige Gefahr sorgen. Beim HSV fehlten die angeschlagenen Luka Vuskovic und Albert Sambi Lokonga sowie Miro Muheim (Rotsperre).

Der VfB startete entsprechend druckvoll. Undav, mit 18 Toren treffsicherster deutscher Angreifer der Liga, hatte die erste Chance (10.), traf den Ball aber nicht voll. Als der HSV die Partie etwas offener gestaltete, schlug der VfB eiskalt zu. Einen sehenswerten Angriff über Undav und Leweling schloss Stiller überlegt ab.

Der HSV blieb zunächst dran. Ransford Königsdörffer traf nur das Außennetz. Ein leichtfertiger Ballverlust von Albert Grönbaek verhalf dem VfB aber zum 2:0. Undav mit Hackenvorlage und Demirovic brachten Führich in Schussposition, der Nationalspieler ließ sich nicht lange bitten.

Stuttgart hatte nun alles im Griff. Demirovic, erneut Führich und Undav verpassten in aussichtsreicher Position aber eine Vorentscheidung. Kurz nach dem Wechsel war es dann erneut Demirovic, der eine dicke Möglichkeit liegen ließ.

Mittelstädt und Führich scheiterten zudem an Daniel Heuer Fernandez. Doch ein abgefälschter Weitschuss von Mittelstädt sorgte schließlich für Klarheit. Danach hatte der HSV Glück, dass sich der VfB bei weiteren Chancen großzügig zeigte.

1. FC Köln – Werder Bremen 3:1 (1:0)

Der 1. FC Köln hat seine Sieglosserie beendet und sich im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga einen enorm wichtigen Erfolg erspielt. Beim 3:1 (1:0) im Kellerduell gegen Werder Bremen ging das Team von Interimstrainer René Wagner in Überzahl erstmals nach acht Spielen wieder als Sieger vom Feld – und hat nun ein kleines Polster auf die Abstiegszone.

Auf den Relegationsplatz besitzt Köln fünf Punkte Vorsprung, auf die direkten Abstiegsplätze gar neun. Bei Wagners Heimpremiere profitierte der FC vor allem von groben Fehlern der Gäste. Bremens Olivier Deman verschuldete früh einen Foulelfmeter, den Kölns Shootingstar Said El Mala verwandelte (7.). Kapitän Marco Friedl schwächte sein Team zudem mit einem Platzverweis nach Notbremse (24.). Nach der Pause erhöhte Ragnar Ache (65.), Romano Schmid verkürzte nochmal per Foulelfmeter (76.). Ísak Jóhannesson (90.+7) sorgte für die Entscheidung.

Durch die Pleite fiel Werder hinter Köln zurück und ist als Tabellen-15. noch drei Punkte vor dem FC St. Pauli auf dem Relegationsplatz. Am kommenden Samstag steigt das Nordderby gegen den Hamburger SV (15.30 Uhr/Sky).

Angesichts des wegweisenden Aufeinandertreffens wollte Wagner „Ruhe ausstrahlen“ und den Druck „intern so gering wie möglich halten“. Beim Gegner Bremen sah er durch Trainer Daniel Thioune „neue Energie“ geweckt. Werder hatte die direkten Konkurrenten 1. FC Heidenheim, Union Berlin und VfL Wolfsburg geschlagen.

Im nächsten Kellerduell misslang der Start aber völlig. Deman kam im Strafraum einen Schritt gegen Jakub Kaminski zu spät, El Mala verwandelte den fälligen Elfmeter sicher. Als Friedl als letzter Mann ausrutschte und den davoneilenden Ache zu Fall brachte, entschied Schiedsrichter Tobias Reichel auf Platzverweis.

Köln übernahm die Spielkontrolle, bei Werder funktionierte wenig. Symbolisch: Bei einem Freistoß des FC lief Senne Lynen seinem Mitspieler Leonardo Bittencourt in die Hacken, beide fielen hin. Der frei stehende Kölner Cenk Özkacar konnte jedoch nicht einköpfen (36.). Auch El Mala (42.) und zweimal Ache (45.+1/45.+3) vergaben aussichtsreiche Gelegenheiten.

Besser machte es nach der Pause der eingewechselte Alessio Castro-Montes. Mit seiner ersten Aktion tunnelte er Werder-Keeper Mio Backhaus – doch der VAR kassierte den Treffer wegen Abseits ein (47.). Eine Ecke brachte die vermeintliche Entscheidung: Ache staubte aus kurzer Distanz ab. Doch der Stürmer verschuldete wenig später einen Elfmeter, Schmid sorgte für eine spannende Schlussphase.