Dass er schreiben kann, hat er längst bewiesen: Michael Ehnert kürzte Schillers und Goethes sämtliche Werke auf äußerst unterhaltsame Abendfüller, und seine Ehe inspirierte ihn zu urkomischen Bühnenprogrammen wie „Küss langsam“. Nun ist sein erster Roman erschienen: „Hamburg, Wache 16“.  

Wer Michael Ehnert kennt, schätzt seinen Wortwitz, sein brillantes Timing und die perfekt gesetzten Pointen – als Kabarettist, Schauspieler und Regisseur. Der soeben erschienene Roman sei sein persönlichstes Projekt, sagt der 1967 in Hamburg geborene Autor.

Michael Ehnert stellt Roman-Debüt „Hamburg, Wache 16“ vor

In dessen Zentrum stellt er einen jungen Polizisten, der Mitte der 70er Jahre im berüchtigtsten Polizeirevier der Hansestadt landet, der Wache 16 an der Budapester Straße auf St. Pauli. Während sich der Neuling einem Moralkodex und den Dienstanweisungen verpflichtet fühlt, handeln die erfahrenen älteren 16er nach eigener Gesetzesauslegung: Dem alltäglichen Verbrechenssumpf aus Menschenhandel und Gewalt begegnen sie mit äußerster Brutalität. Allen voran ein korrupter Streifenpolizist, der sich des jungen Kollegen annehmen soll. Konflikte sind programmiert, Beruf und Privatleben kollidieren, und auf dem Kiez tobt ein Krieg zwischen Rot- und Blaulicht …

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Angekündigt als „eine Mischung aus ,Game Of Thrones‘ und den ,Buddenbrooks‘ mit sehr viel ungeschütztem Geschlechtsverkehr“ werden in dem knapp 300 Seiten starken Roman die 70er auf der Reeperbahn wieder lebendig, samt Prostituierten, Zuhältern, den Hells Angels und einer uneinig agierenden Polizei. Inspiration fand der Autor in der eigenen Familiengeschichte, das Debüt ist seinem Vater Walter Ehnert gewidmet. Das St. Pauli-Theater lädt ein zu Buchvorstellung, einem Gespräch zwischen Autor und Publikum sowie anschließender Signierstunde. Wer Michael Ehnert kennt, wird auch von seiner Action-Lesung begeistert sein.

St. Pauli-Theater: 13.4., 19.30 Uhr, Karten für 24 Euro, Tel. 47 11 06 66

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