Stellenabbau in Mittelfranken
Traditionsunternehmen schließt sein letztes deutsches Werk
12.04.2026 – 18:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Playmobil-Werk in Dietenhofen (Archivbild): Die Produktion der bekannten Figuren endet bald. (Quelle: Alexander Rüsche/dpa/dpa-bilder)
In wenigen Wochen werden die letzten Figuren des Traditionsherstellers bei Nürnberg hergestellt. Damit endet eine Ära,
Die bekannten Playmobil-Figuren werden bald nicht mehr in der Metropolregion Nürnberg hergestellt. Der Grund dafür ist, dass die Horst-Brandstätter-Group, Muttergesellschaft von Playmobil, ihr Werk im mittelfränkischen Dietenhofen (Landkreis) bis Ende Juni 2026 stilllegt. Es ist der einzige Standort, an dem Playmobil-Figuren in Deutschland hergestellt wurden.
Die Verhandlungen zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat über eine Transfergesellschaft und einen Sozialplan seien in der Endphase, sagte ein Firmensprecher der Deutschen Presse-Agentur. Der Prozess war im Februar angekündigt worden und laufe planmäßig, so der Sprecher.
Playmobil stoppt Produktion in Franken: Sprecher verweist auf Transfergesellschaft
Kündigungen für die 350 Beschäftigten seien bislang im gegenseitigen Einvernehmen nicht ausgesprochen worden. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte: „Unser klares Ziel ist es, den Beschäftigten im Rahmen einer Transfergesellschaft eine Perspektive über den 30. Juni 2026 hinaus zu ermöglichen und die Beschäftigten beim Übergang in neue Beschäftigungsverhältnisse aktiv zu unterstützen.“
Die Produktion werde künftig an bestehenden Standorten in Malta und Tschechien fortgeführt, so das Unternehmen. Der Schritt folgt auf eine lange Schwächephase. Nach dpa-Angaben hat die Gruppe in wenigen Jahren rund ein Drittel ihres Umsatzes eingebüßt. Die Nachfrage nach Playmobil-Spielzeug sei zurückgegangen.
Firmenchef Bahri Kurter hatte auf der Spielwarenmesse in Nürnberg im Januar erklärt, eine Trendwende könne gelingen. Zur Fußball-WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada plane das Unternehmen nach eigenen Angaben Figuren, die bekannte Fußballspieler darstellen sollen.
Der Hauptsitz des Unternehmens liegt vor den Toren Nürnbergs – in Zirndorf. Die Verwaltung bleibt, anders als die Produktion, in der Region.
