1. ruhr24
  2. Service
  3. Supermärkte & Discounter

DruckenTeilen

Uns auf Google folgenEine Schale mit Tomatenketchup und Pommes.Tomatenketchup gehört für viele Menschen zu Fast-Food dazu. © Charlotte Lake/Panthermedia/Imago

Stiftung Warentest hat 23 Tomatenketchups getestet. Das Ergebnis überrascht: Die Produkte von Heinz fallen gleich zweimal durch.

Dortmund – Käufer, die beim Ketchup zur günstigen Eigenmarke greifen, machen nichts falsch. Das zeigt der Test der Stiftung Warentest (Ausgabe 4/2026). Zwölf der 23 geprüften Tomatenketchups schnitten gut ab. Vier Produkte sind jedoch stark mit Schimmelpilzgiften belastet – darunter bekannte Marken.

Ketchup von Born holt Bestnote: Edeka und Lidl liegen knapp dahinter

Testsieger ist der Tomatenketchup von Born – einer Traditionsmarke aus Erfurt. Das Produkt kostet 0,44 Euro pro 100 Milliliter und überzeugte mit einem intensiv fruchtig-frischen Tomatengeschmack. Als einziges von 23 Produkten erzielte Born die Bestnote bei der Sensorik. Das Gesamturteil lautet „gut“ (1,8).

Direkt dahinter landen zwei Eigenmarken: der Edeka Gut & Günstig Tomaten Ketchup und der Lidl Kania Tomaten Ketchup Classic. Beide kosten 0,26 Euro pro 100 Milliliter, also fast halb so viel wie Born. Sie erhalten das Urteil „gut“ (1,9). Wer Geld sparen will, liegt mit beiden Produkten richtig (mehr Themen zu Edeka bei RUHR24).

Ketchup im Test: Heinz enttäuscht mit zu viel Zucker

Der Klassiker Heinz Tomato Ketchup (0,74 Euro/100 Milliliter) landet mit dem Urteil „Befriedigend“ (3,5) weiter hinten im Test. Mit 26,6 Gramm Zucker pro 100 Milliliter ist er die größte Zuckerfalle im gesamten Test. Ein einziger Esslöffel deckt 11 Prozent der von der WHO empfohlenen Tageshöchstmenge an Zucker für Vorschulkinder.

Tomatenketchup ist eine Zuckerfalle:

Eine Untersuchung von LAVES Niedersachsen zeigt stark schwankende Zuckerwerte in Ketchup. Viele Produkte enthalten zwischen rund 13 und etwa 23 Gramm Zucker je 100 Gramm. Ketchup zählt damit zu den typischen versteckten Zuckerquellen im Alltag.

Deutsche Fachgesellschaften empfehlen, freie Zucker auf unter zehn Prozent der Energiezufuhr zu begrenzen. Bei 2.000 Kilokalorien täglich entspricht das maximal 50 Gramm freiem Zucker. Hoher Zuckerkonsum fördert Übergewicht, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Karies.

Quellen: LAVES Niedersachsen, Deutsche Fachgesellschaften zur Zuckerzufuhr

Noch schlechter schneidet die zuckerreduzierte Variante ab: Der Heinz Tomato Ketchup 50 % – er verspricht 50 Prozent weniger Zucker und Salz – erhält das Gesamturteil „Ausreichend“ (3,9). Die Tester beschreiben ihn als unausgewogen – sehr stark nach Essig und stark süß mit Süßstoffnote. Ähnlich sieht es bei veganen Mayonnaisen aus: Heinz erhielt von Öko-Test die Note „mangelhaft“.

Felix-Ketchup fällt bei Stiftung Warentest mit „mangelhaft“ durch

Das schlechteste Ergebnis erzielt der Felix Tomaten Ketchup – in Österreich als „Nr. 1“ vermarktet. Das Produkt erhält das Urteil „mangelhaft“ (5,0). Grund ist eine massive Belastung mit Alternaria-Toxinen, also Schimmelpilzgiften. Der EU-Richtwert für das Toxin Alternariol wird um rund das Achtfache überschritten. Stiftung Warentest wertet: Der Hersteller hätte reagieren müssen.

Alternaria-Toxine zeigen sich als schwarze Stellen auf Tomaten. Ihre chemische Struktur ähnelt bekannten erbgutschädigenden und krebserregenden Substanzen. Ob die Toxine für den Menschen tatsächlich kritisch sind, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Stiftung Warentest empfiehlt dennoch, so wenig wie möglich davon aufzunehmen.

Mehr Supermarkt-Themen

Rossmann-Kunden wüten wegen 2 Euro-Angebot: „Müssten verboten werden“

Edeka und Rewe übernehmen 300 Filialen – Supermarkt verschwindet für immer

dm-Kunden rennen im April in die Filialen: 20 Neuheiten jetzt im Regal

Ketchup im Supermarkt: Glasflaschen sind nachhaltiger als Plastik

Wer auf Nachhaltigkeit achtet, sollte zur Glasflasche greifen. Glas lässt sich ohne große Verluste zu neuem Glas verarbeiten. Von den 16 Kunststoffflaschen im Test sind 9 schwer wiederverwertbar – häufig wegen Etikettenkleber, der sich im Recyclingprozess nicht löst.