Die ersten Bauern übernahmen die Hunde der Jäger
Die Studie beantwortet auch die Frage, ob Hunde an mehreren Orten unabhängig voneinander domestiziert wurden. Die Ergebnisse sprechen dagegen. Alle frühen europäischen Hunde teilen genetische Wurzeln mit Hunden aus Asien. „Es gibt keinen Hinweis darauf, dass europäische Hunde einen eigenen, von Asien unabhängigen Zähmungsprozess durchlaufen haben“, sagt Bergström. Als vor rund 10.000 Jahren die ersten Bauern nach Europa kamen, brachten sie zwar eigene Hunde mit. Doch die Hunde der Jäger und Sammler verschwanden nicht, sie wurden übernommen. Heute tragen viele europäische Hunderassen etwa die Hälfte ihrer Gene von diesen frühen Tieren.
Die Studie zeigt vor allem, wie eng die Entwicklung von Mensch und Hund miteinander verknüpft ist. Gleichzeitig bleiben zentrale Fragen offen – etwa, wo genau Hunde erstmals domestiziert wurden. Forschende weltweit gehen aktuell dieser Frage nach. Neue genetische Methoden liefern zunehmend präzisere Einblicke, sie zeigen aber auch, wie komplex diese gemeinsame Geschichte ist. Hunde begleiteten den Menschen schon lange vor der Landwirtschaft und passten sich gemeinsam mit ihm an neue Lebensweisen an. „Die meisten Hunde, die heute durch einen Park laufen, stammen zu einem Teil von Hunden ab, die vor mehr als 14.000 Jahren in Europa lebten“, sagt Skoglund. „Es ist faszinierend, dass wir trotz aller Veränderungen im menschlichen Leben so lange Seite an Seite gegangen sind.“
Originalpublikation:
Bergström, A., Furtwängler, A., Johnston, S. et al. Genomic history of early dogs in Europe. Nature 651, 986–994 (2026).