TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
Berlin – Knall in der AfD-Bundestagsfraktion! Rüdiger Lucassen, verteidigungspolitischer Sprecher, hat den Rücktritt von seinem Posten erklärt. Das bestätigte sein Sprecher BILD.
Hinter den Kulissen brodelte es schon länger. Der Oberst a. D. steht für eine harte Linie, fordert vehement die Wehrpflicht und massives Aufrüsten der Bundeswehr – zu viel für einige in den eigenen Reihen. Morgen sollte in einer Sitzung des Arbeitskreises Verteidigung über seine Absetzung abgestimmt werden, berichtet „t-online“. In dem Antrag ist demnach von „Vertrauensverlust“, „Alleingängen“ und „Führungsdefizit“ die Rede. Mit seinem Rücktritt kommt Lucassen der Abstimmung zuvor. Er bleibt weiter Mitglied der AfD-Bundestagsfraktion.
In einem Schreiben (liegt BILD vor) an die Fraktionschefs Alice Weidel (47) und Tino Chrupalla (50) betont Lucassen: „In der öffentlichen Diskussion der letzten Monate ging es allerdings auch immer wieder um meine Person und den außen- und sicherheitspolitischen Kurs unserer Partei, den ich vertrete. Eine Diskussion, die mittlerweile in einer innerparteilichen ‚Freund-Feind-Spirale‘ feststeckt.“ Das wolle Lucassen in Zukunft vermeiden, „auch um die großen Siegchancen der AfD in den kommenden Landtagswahlen nicht durch Personaldebatten zu schmälern“.
Immer wieder gerieten Lucassen und Parteikollegen aneinander. Ende 2025 kassierte Lucassen eine „Missbilligung“ der Fraktionsspitze, weil er in einer Bundestagsrede Thüringen-AfD-Chef Björn Höcke (54) hart kritisierte.
Als möglicher Nachfolger Lucassens wird Verteidigungspolitiker Jan Nolte (37, AfD) gehandelt.
Hinweis:
In einer vorherigen Version des Texts wurde geschrieben, dass morgen in der Fraktionssitzung über Lucassens Absetzung abgestimmt werden könnte. Korrekt ist: Es handelt sich um eine mögliche Abstimmung im Arbeitskreis Verteidigung.