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Frankfurt/Main – Passagiere der Lufthansa müssen sich auf weitere Streiktage einstellen. Nach den Piloten legt Mitte der Woche auch das Kabinenpersonal die Arbeit nieder. Die Kabinengewerkschaft Ufo rief die Flugbegleiter von Lufthansa und Cityline für Mittwoch und Donnerstag zu einem zweitägigen Streik auf.

Der Streik beginnt am Mittwoch um 00.01 Uhr und endet am Donnerstag um 23.59 Uhr. „Bestreikt werden alle Abflüge der Deutschen Lufthansa AG von den Flughäfen Frankfurt und München“, so die Gewerkschaft Ufo in einer Mitteilung. Auch die Abflüge der Lufthansa CityLine von den Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover sind betroffen.

Ufo: Kollegen zeigen Entschlossenheit

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Gewerkschaft zum Streik aufgerufen. Harry Jaeger, Leiter Tarifpolitik und Verhandlungsführer der Ufo: „Die Kollegen haben am Freitag eindrucksvoll gezeigt, wie entschlossen sie sind, für ihre Arbeitsbedingungen und ein Mindestmaß an Absicherung durch längere Kündigungsfristen einzustehen.“ Die hohe Beteiligung habe sehr beeindruckt – und zeige überdeutlich, dass sich die Kabine nicht für dumm verkaufen lasse. Tatsächlich bringe sie kaum mehr Verständnis für den Kurs des Managements gegenüber den eigenen Leuten auf.

Bereits am Freitag rief die Gewerkschaft Ufo zum Streik auf

Bereits am Freitag rief die Gewerkschaft Ufo zum Streik auf

Foto: IMAGO/Sven Simon

Der Hintergrund: Die Verhandlungen um einen neuen Manteltarifvertrag sind festgefahren. „Wir haben es hier mit einer Arbeitgeberseite zu tun, die sich in einer Hardliner-Position eingerichtet hat, während sie unentwegt verkündet, jederzeit verhandlungsbereit zu sein“, so Jaeger weiter. Am Montag warnte Personalvorstand Michael Niggemann die Gewerkschaften, ihren Konfrontationskurs fortzusetzen. Mit Blick auf die entstehenden Kosten betonte der Manager: „Jeder Streik verkleinert die betroffene Fluggesellschaft.“ Die Ufo reagierte mit der erneuten Streikankündigung.

Mehr zum ThemaKundgebung während Lufthansa-Jubiläum geplant

Ein zentraler Bestandteil des Streiks soll eine Kundgebung in Frankfurt am Mittwoch werden, teilte die Gewerkschaft mit. Am Flughafen Frankfurt sind Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Lufthansa und die Eröffnung des neuen Besucherzentrums geplant. Zu der Veranstaltung werden auch politische Vertreter erwartet, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz und der hessische Ministerpräsident.

Carsten Spohr (59), Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa

Carsten Spohr (59), Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ stellte Vorstandschef der Lufthansa, Carsten Spohr, klar, dass der Konzern vor den Streiks nicht einknicken werde. „Lieber einige Tage mit einem streikbedingt reduzierten Angebot der Lufthansa-Gruppe als irgendwann dauerhaft mit einer deutlich reduzierten Kernmarke“, sagte Spohr.