
AUDIO: NDR Info Nachrichten (3 Min)
Stand: 14.04.2026 00:01 Uhr
Die Streiks bei der Lufthansa gehen in die Verlängerung. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO hat das Kabinenpersonal für Mittwoch und Donnerstag erneut zum Ausstand aufgerufen. Die Piloten des Konzerns streiken nach dem gestrigen Montag auch heute noch.
Passagiere der Lufthansa müssen sich auf weitere Flugausfälle einstellen. Die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) hat das Kabinenpersonal für Mittwoch und Donnerstag erneut aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Der Ausstand soll am Mittwoch um 00:01 Uhr beginnen und am Donnerstag kurz vor Mitternacht enden. Betroffen sind laut UFO alle Abflüge der Lufthansa von den Flughäfen Frankfurt und München sowie alle Abflüge der Lufthansa-Tochter Cityline von den Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Hannover, Stuttgart, Köln, Düsseldorf und Berlin. Bereits am Freitag hatten die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter gestreikt, was zu Hunderten Flugstreichungen führte.
Ausstand der Piloten noch bis heute spätabends
Auch heute sorgt noch ein Ausstand der Pilotinnen und Piloten dafür, dass viele Lufthansa-Maschinen am Boden bleiben. Nach Angaben des Flughafen-Betreibers Fraport entfielen in Frankfurt bereits gestern Hunderte Starts und Landungen der Lufthansa. Gut 50.000 Fluggäste waren allein dort von Ausfällen und Umbuchungen betroffen. Auch am zweitgrößten deutschen Flughafen in München waren es Hunderte Lufthansa-Maschinen, die nicht abhoben oder landeten. Die Lufthansa nannte keine absoluten Zahlen zu Flugausfällen, sondern nur Relationen. Bei Lufthansa Airlines, zu der auch die nicht bestreikten Fluglinien Discover und City Airlines gehören, konnten demnach zwei Drittel der Kurz- und Mittelstreckenflüge nicht abheben, außerdem sei jeder zweite Langstreckenflug ausgefallen.
Viele Flugausfälle in Hamburg
In Hamburg waren laut der Flughafen-Webseite bei der Lufthansa am Montag Dutzende Starts und Landungen der Verbindungen nach München und Frankfurt betroffen. Bei Eurowings fielen ebenfalls zahlreiche Flüge am Montag in Hamburg aus. Auch für heute sind bei der Lufthansa Flüge gestrichen: Jeweils 13 Starts nach und Landungen aus Frankfurt sowie jeweils 9 Starts nach und Landungen aus München.
Der Hamburger Flughafen bittet Passagiere mit gebuchten Flügen bei Lufthansa oder Eurowings, die von Ausfällen betroffen sind, sich direkt an die Fluggesellschaften zu wenden.

Wird ein Flug annulliert oder ist verspätet, haben Reisende Anspruch auf Ersatzbeförderung und teils auf Entschädigung.
Auch in Hannover und Bremen Flüge gestrichen
In Hannover waren gestern nach Angaben auf der Flughafen-Webseite insgesamt sieben Lufthansa-Abflüge gestrichen worden – fünf nach Frankfurt und zwei nach München. Auch bei den Ankünften wurden fünf aus Frankfurt und zwei aus München abgesagt. Das gleiche gilt für heute.
Am Flughafen in Bremen starteten und landeten am Montag ebenfalls keine Lufthansa-Maschinen – die je fünf Verbindungen von und nach Frankfurt und München wurden gestrichen, ebenso ein Eurowings-Flug nach Stuttgart. Heute fallen jeweils fünf Flüge nach beziehungsweise aus Frankfurt aus – und jeweils drei nach beziehungsweise aus München.
Bei den Piloten geht es um betriebliche Altersvorsorge
Der Streik der Piloten bei den Teilgesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Cityline hatte am Montag kurz nach Mitternacht begonnen und soll heute kurz vor Mitternacht enden. Bei Eurowings waren nur am Montag alle Abflüge von deutschen Flughäfen betroffen. Die Pilotengewerkschaft fordert Verbesserungen bei der betrieblichen Altersvorsorge der Piloten und kritisiert fehlende Gesprächsbereitschaft der Lufthansa.
Lufthansa: Kein Verständnis für den Streik
Die Lufthansa hatte mit Unverständnis auf den Streikaufruf der Piloten reagiert. Die Streik-Ankündigung der Spartengewerkschaft Vereinigung Cockpit „stellt eine völlig neue Stufe der Eskalation dar“, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Kernforderung der Gewerkschaft nach Verdopplung einer „ohnehin schon überdurchschnittlichen und exzellenten betrieblichen Altersvorsorge“ sei absurd und unerfüllbar.

Aktuelle Ereignisse, umfassende Informationen: Im Nachrichten-Podcast von NDR 90,3 hören Sie das Neueste aus Hamburg und der Welt.

Konzern kritisiert „Eskalation“
Erst das Kabinenpersonal, nun die Piloten: Erneut wird bei der Lufthansa gestreikt. Für Montag und Dienstag hat die Vereinigung Cockpit zum Streik aufgerufen. Betroffen sind die Fluglinien Lufthansa, Eurowings und Lufthansa CityLine.