Premieren-Inszenierungen indes markieren – wie jetzt wieder mit Richard Strauss’ „Elektra“ – Tiefpunkte der Operngeschichte. Und das ausgerechnet in einer Zeit, in der über einen Neubau des Düsseldorfer Opernhauses debattiert wird, der die eh schon klammen Stadtkassen mindestens um eine Milliarde Euro erleichtern würde. Ausgerechnet jetzt endet die „Elektra“ – eine der aufregendsten Familien-Tragödien der Opernliteratur – in einem heftigen Unisono-Orkan von gellenden Buhrufen für Stephan Kimmig. Er will als Regisseur unbedingt modern wirken, richtet aber mit einer banalisierten Fassung in einer Autowerkstatt als Regisseur einen Totalschaden an.