3. Voll politisch
In seinen Schwerpunktprogrammen greift das Filmfest Dresden aktuelle Debatten auf und bringt ein vielfältiges Meinungsspektrum auf die Leinwand. In den letzten Jahren standen beispielsweise die Themen Aktivismus, Geschlechtervielfalt, Antirassismus und Solidarität auf dem Programm. Es gab aber auch schon Länderschwerpunkte, etwa zu Syrien und Kuba. Kuratiert werden die Filmprogramme von internationalen Kuratorinnen und Kuratoren ein. Mit Blick auf die Anfänge bleibt das Festival seinen Wurzeln treu und bekennt sich zum politischen Film – bis hin zu dem Fakt, dass seit einigen Jahren auch ein Preis vergeben wird – gestiftet vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, der sich „Voll politisch“ nennt.
4. Mit Filmemacher*innen auf Tuchfühlung
Das Filmfest Dresden gilt zweifellos als Publikumsfestival. Man ist immer wieder aufs Neue bemüht um den direkten Austausch mit dem Kinopublikum, und so erleben Besucherinnen und -besucher Filmschaffende hautnah. Als Gäste des Festivals sind viele Regisseurinnen und Regisseure vor Ort und präsentieren ihre Filme persönlich. Anschließend kann man bei den sogenannten Sandwich Talks in der Filmgalerie Phase IV zwanglos mit ihnen ins Gespräch kommen und Fragen zu den Filmen loswerden. Und Schnittchen gibt es natürlich auch.
Nicht zuletzt ist das Filmfest Dresden für Filmemacherinnen und Filmemacher extrem attraktiv, denn in den Wettbewerben winken Preisgelder in Höhe von aktuell 72.500 Euro, allen voran der mit 20.000 Euro dotierte Sächsische Filmförderpreis des Kulturministeriums. Wer den bekommt, hat schon mal eine gute Basis, um seinen nächsten Film zu produzieren.
Außerdem wurde 2015 das Filmfest Open Air ins Leben gerufen, ein kostenloses Kurzfilm-Open-Air, bei dem mehrere Stunden täglich während des Festivals auf dem Schlossplatz in der Dresdner Altstadt Kurzfilme auf großer Leinwand gezeigt werden. Damit hofft man, Menschen zu animieren, die mit Kurzfilmen bisher wenig am Hut hatten, vielleicht doch mal in einem der mittlerweile über die gesamte Stadt verteilten Festivalkinos vorbeizuschauen.
5. „Work in Progress“: Aktuelles beim 38. Filmfest Dresden
Work in Progress – so lautet das Motto der Schwerpunktprogramme in der 38. Ausgabe und damit ist das Festival in Zeiten, in denen bspw. über Lifestyle-Teilzeit diskutiert wird, wieder ganz nah dran, am Puls der Zeit. Geführt werden die filmischen Debatten um Arbeitsgerechtigkeit, Solidarität und die Zukunft der Arbeit unter anderem in dem von der britischen Autorin und Kuratorin Rachel Pronger zusammengestellten Programm „What a Way to Make a Living!“. Anhand von Archivmaterial und aktuellen Kurzfilmen, gedreht von Frauen, wirft sie einen Blick auf die „berufstätige Frau“: von der Reinigungskraft über Fabrikarbeiterinnen bis hin zum zermürbenden Alltag von Müttern.