Seit mehreren Jahren kommt es in der Region Stuttgart immer wieder zu Schüssen, meist vor Shisha-Bars oder Barbershops. Dabei gab es immer wieder Verletzte und Tote. Zuletzt wurden am 12. April im Esslinger Maille-Park Schüsse auf einen Mann abgegeben. Ein Auftragsmord in der Tammer Security-Szene könnte womöglich mit den Banden in Verbindung stehen.
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Schüsse in Esslingen am 12. April
Bei dem neusten Vorfall in Esslingen wurde ein 31 Jahre alter Mann schwer verletzt und kam in eine Klinik. Vor den Schüssen soll es einen Streit gegeben haben. Worum es dabei ging, ist laut Polizei noch unklar. Nach den Schüssen sollen mehrere Angreifer unerkannt geflüchtet sein. Ob die Tat mit der Schussserie in der Region Stuttgart zusammenhängt, konnte bislang nicht bestätigt werden.

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Ein Polizeifahrzeug fährt mit Blaulicht an einem Gebäude vorbei.
Foto: Marijan Murat/dpa
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Ein Polizeifahrzeug fährt mit Blaulicht an einem Gebäude vorbei.
Foto: Marijan Murat/dpa
Wer steckt hinter der Schussserie in Stuttgart?
Nach Polizeiangaben sind zwei rivalisierende Gruppierungen für die Taten verantwortlich und verbreiten seit 2022 Angst und Schrecken bei den Bürgern. Die Männer zwischen 18 und 28 Jahren stammen aus dem Raum Stuttgart, Esslingen und Ludwigsburg sowie aus Zuffenhausen und Göppingen.

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Ein Polizist fotografiert zur Spurensicherung an einem Tatort in Göppingen.
Foto: Marius Bulling/dpa
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Ein Polizist fotografiert zur Spurensicherung an einem Tatort in Göppingen.
Foto: Marius Bulling/dpa
Seit Ende 2022 wurden mehr als 90 Tatverdächtige festgenommen (Stand: Januar 2025). Gegen sie gibt es unter anderem Vorwürfe wie:
- gefährliche Körperverletzung
- versuchter gemeinschaftlicher Mord
- versuchter Totschlag

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Polizeieinsatz nach Schüssen in Stuttgart
Foto: Foto: Andreas Rosar (dpa) (Archivbild)
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Polizeieinsatz nach Schüssen in Stuttgart
Foto: Foto: Andreas Rosar (dpa) (Archivbild)
Außerdem gab es mehr als 300 Durchsuchungen und Kontrollen sowie mindestens eine Abschiebung. Die Polizei fand dabei unter anderem:
- Messer
- eine Maschinenpistole
- Schreckschusswaffen
- Smartphones unbekannter Herkunft
- Rauschgift
- Testosteron
- geladene Schusswaffen
- gefälschte Identitätspapiere
Welche Verbrechen werden mit dem Banden-Krieg in Verbindung gebracht?
- 2022
Juli 2022 – Stuttgart‑Zuffenhausen: Schussabgabe aus einem fahrenden Auto.
Anfang September 2022 – Esslingen‑Mettingen
Dezember 2022 – Stuttgart‑Zuffenhausen: Schussabgabe vor einem Club.
- 2023
Januar 2023, Urbach: Die Polizei findet und sichert eine Handgranate vom Typ M52.
Februar 2023, Ostfildern‑Nellingen: Es kommt zu wechselseitigen Schüssen vor einer Shisha‑Bar.
Februar 2023, Eislingen/Fils: Schüsse fallen aus einem fahrenden Fahrzeug auf eine Shisha‑Bar.
Februar 2023, Plochingen: Ein Täter schießt auf einen 66-jährigen Gastwirt.
März 2023, Esslingen: Jemand besprüht den Rollladen eines Friseurladens.
März 2023, Stuttgart‑Zuffenhausen: Schüsse fallen auf eine Person vor einem Bistro.
Juni 2023, Altbach: Jemand wirft eine Handgranate auf einen Friedhof in Richtung einer Trauergemeinde. Danach verfolgen laut LKA 20 bis 50 Personen aus der Trauergemeinde den mutmaßlichen Werfer. Sie verletzen ihn dabei durch Tritte und Schläge lebensgefährlich.
September 2023, Reichenbach an der Fils: Jemand wirft mindestens zwei Molotowcocktails durch die Scheibe eines ehemaligen Barber‑Shops.
August 2023, Stuttgart (Schlossplatz): Gruppen geraten mit einem Schlagstock aneinander. Ein 22-Jähriger wird dabei schwer verletzt.
Oktober 2023, Stuttgart‑Vaihingen: Ein 31‑Jähriger wird mit einem Auto überfahren und lebensbedrohlich verletzt. Oktober 2023, Schorndorf‑Weiler: Es gibt einen Schusswechsel in einem Wohngebiet auf offener Straße.
Oktober 2023, Bad Überkingen: Die Polizei findet in einer Tüte zwei Schusswaffen und eine Handgranate.

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ARCHIV – 28.01.2025, Baden-Württemberg, Stuttgart: Polizei sind im Einsatz hinter einer Absperrung. Im Stuttgarter Stadtteil Möhringen war im Januar ein damals 27-Jähriger durch einen Schuss schwer verletzt worden.
Foto: Marius Bulling/dpa
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ARCHIV – 28.01.2025, Baden-Württemberg, Stuttgart: Polizei sind im Einsatz hinter einer Absperrung. Im Stuttgarter Stadtteil Möhringen war im Januar ein damals 27-Jähriger durch einen Schuss schwer verletzt worden.
Foto: Marius Bulling/dpa
- 2024
April 2024, Plochingen: Aus einem vorbeifahrenden Fahrzeug fallen sechs Schüsse auf eine Shisha‑Bar.
April 2024, Stuttgart‑Fasanenhof: Jemand schießt auf einen 25‑Jährigen.
Dezember 2024, Nürtingen‑Neckarhausen: Jemand legt Feuer an einem Restaurant.
Dezember 2024, Stuttgart‑Fasanenhof: Vier bis sechs voll maskierte Täter greifen eine Person an. Sie nutzen Reizstoffspray, Schlagstock und Messer. Das Opfer wird lebensgefährlich verletzt.
- 2025
Januar 2025 – Göppingen: Zwei Männer werden festgenommen, ihnen werden u. a. Raub, Drogenhandel und illegaler Waffenbesitz vorgeworfen.
Januar 2025 – Stuttgart‑Möhringen: Ein 27‑Jähriger wird mit Bauchschuss gefunden und durch eine Not‑OP gerettet, ein 25‑Jähriger gilt als mutmaßlicher Schütze.
März 2025 – mehrere Orte in der Region: Die Polizei durchsucht Wohnungen wegen dem Angriff auf den Handgranatenwerfer von Altbach und stellt unter anderem Waffen und Datenträger sicher.
Mai 2025 – Göppingen: Ein 25-Jähriger wird durch Schüsse verletzt, ein 34-Jähriger wird später als Verdächtiger verhaftet.
- 2026
Januar 2026 – Göppingen (Innenstadt): Es wird auf das Schaufenster einer türkischen Bäckerei geschossen.
Januar 2026 – Göppingen (Innenstadt): In einem türkischen Restaurant fallen Schüsse, verletzt wird niemand.
Warum eskaliert es immer wieder?
Andreas Stenger, Präsident des LKA, nennt in einem SWR-Bericht mehrere Gründe: toxische Männlichkeit und ein problematisches Ehrgefühl. Schon Kleinigkeiten könnten demnach Streit auslösen und schnell eskalieren.
Er sagt zudem: Junge Männer, die in Deutschland geboren sind und einen Migrationshintergrund haben, fühlten sich teils nicht anerkannt. Wenn Schule und Job fehlen, kann eine Gruppe dann Anerkennung und Respekt geben.

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ARCHIV – 26.03.2024, Baden-Württemberg, Stuttgart: Andreas Stenger, Präsident des Landeskriminalamts Baden-Württemberg (LKA BW), nimmt an einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) teil.
Foto: Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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ARCHIV – 26.03.2024, Baden-Württemberg, Stuttgart: Andreas Stenger, Präsident des Landeskriminalamts Baden-Württemberg (LKA BW), nimmt an einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) teil.
Foto: Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Was tut die Polizei?
Seit Februar 2024 lag der Schwerpunkt des Landeskriminalamts auf Brennpunkteinsätzen mit intensiven Kontrollen von Personen, Fahrzeugen und im Rahmen der Fahndung im öffentlichen Raum. Laut der Südwest-Presse sei es Stand 2026 im Großraum Stuttgart ruhiger geworden. Viele Beteiligte wurden verurteilt und sitzen in Haft. Dadurch seien die Gruppen geschwächt. Trotzdem sind nicht alle Taten vollständig aufgeklärt. Und bei rund 600 Mitgliedern und Mitläufern auf beiden Seiten könne niemand ausschließen, dass der Konflikt wieder eskaliert.
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Verena Müller-Witt
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Stuttgart
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