Russland wird nach eigenen Angaben bis 2030 mehr als 1 Milliarde US-Dollar in seinen langjährigen politischen Verbündeten Kuba investieren. Das teilte die kubanische Präsidentschaft am Donnerstag mit und versprach damit eine dringend benötigte Lebensader für die von einer schweren Wirtschaftskrise geplagte karibische Insel, die von Kommunisten regiert wird.
Russland hatte zuvor bereits den sogenannten „Plan 2030“ mit Kuba angekündigt, doch erstmals wurde jetzt ein konkreter Finanzrahmen für eine Reihe von Vorhaben genannt. Diese Investitionen sollen Schlüsselbereiche wie die Stromerzeugung, die Landwirtschaft und die öffentliche Beleuchtung umfassen.
„Im Rahmen dieses Plans haben russische Unternehmen und Geschäftsleute ihre Bereitschaft bekundet und ihre Entschlossenheit bestätigt, mehr als 1 Milliarde US-Dollar in die kubanische Wirtschaft zu investieren“, erklärte der russische Vizepremier Dmitri Tschernyschenko.
Diese Stellungnahme folgte unmittelbar auf ein Treffen zwischen dem kubanischen Präsidenten Miguel Díaz-Canel und Russlands Wladimir Putin im Kreml.
Drastische US-Sanktionen, ein eingebrochener Tourismussektor und ineffiziente staatliche Produktion haben Kubas Wirtschaft schwer zugesetzt und dem Land kaum noch Handlungsspielraum gelassen.
Russland, das selbst unter harten US-Sanktionen leidet, unterstützt Kuba seit Jahrzehnten sowohl finanziell als auch mit Sachgütern. Dazu gehören Öllieferungen, Investitionen in Infrastruktur und zuletzt das Versprechen, zahlreiche russische Touristen auf die Insel zu bringen.
In der Vergangenheit hatte Russland jedoch häufig Projekte mit Kuba verschoben oder abgesagt und dies damit begründet, dass die Inselrepublik ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen sei.
Tschernyschenko erklärte, Russland werde diesmal die Zinssätze für Unternehmen subventionieren, die im Rahmen des Plans in Kuba investieren wollen. Er bezeichnete Kuba als einen „zuverlässigen Partner“.
Ein genauer Zeitplan für die versprochenen Investitionen in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar bleibt allerdings unklar.
„Es liegt noch viel harte Arbeit vor uns; wir werden Schritt für Schritt vorankommen“, sagte Tschernyschenko gegenüber Journalisten in Moskau und fügte hinzu: „Man kann Dinge nicht sofort und wie durch Zauberhand erreichen.“
Während seines Besuchs in Moskau und St. Petersburg in dieser Woche nahm Kubas Díaz-Canel auch an Gedenkveranstaltungen zum 80. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion und ihrer Alliierten über Nazi-Deutschland teil.