Bundeskanzler Friedrich Merz habe bereits am Sonntagabend mit dem Wahlsieger und designierten neuen Ministerpräsidenten Péter Magyar telefoniert, sagt Regierungssprecher Stefan Kornelius. Er erwarte ein sehr konstruktives Verhältnis. Bisher ist unklar, ob der 90-Milliarden-Euro-Kredit erst nach dem Regierungsantritt von Magyar freigegeben werden kann. Dieser könnte sich bis Mitte Mai hinziehen.
Nach dem Auslaufen einer kurzen und brüchigen Waffenruhe anlässlich des orthodoxen Osterfestes haben die Ukraine und Russland sich in der Nacht zum Montag erneut mit Drohnen angegriffen. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe attackierte Russland die Ukraine mit 98 Drohnen, von denen 87 abgefangen wurden. Den ukrainischen Behörden zufolge wurde eine Infrastruktureinrichtung in der Region Dnipropetrowsk getroffen. Angaben zu Opfern würden überprüft, hieß es. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, die Luftabwehr habe 33 unbemannte ukrainische Fluggeräte abgefangen und zerstört.
Während der 32-stündigen Waffenruhe, die am Samstag um 16.00 Uhr (Ortszeit, 15.00 Uhr MESZ) begonnen hatte, hatten sich Kiew und Moskau gegenseitig zahlreiche Verstöße gegen die Waffenruhe vorgeworfen. Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hatte am Samstag in seiner abendlichen Video-Botschaft zu einer Verlängerung der Feuerpause aufgerufen. Der Kreml erteilte dem eine klare Absage.
Nach dem Wahlsieg von Oppositionsführer Péter Magyar bei der Parlamentswahl in Ungarn am Sonntag hat die Ukraine eine Reisewarnung für das Nachbarland aufgehoben. „Das Außenministerium hebt eine frühere Empfehlung auf, von Reisen nach Ungarn abzusehen“, erklärte Außenminister Andrij Sybiha am Montag in Onlinediensten. „Die Wahl der Ungarn hat das Scheitern der politischen Erpressung und der anti-ukrainischen Propaganda“ der Regierung von Viktor Orbán gezeigt, fügte der ukrainische Außenminister hinzu. Er hoffe auf eine „Normalisierung der Beziehungen“ zwischen den Nachbarländern.
Das Außenministerium in Kiew hatte die Reisewarnung im März verhängt, nachdem die ungarischen Behörden sieben Mitarbeiter einer staatlichen ukrainischen Bank festgenommen hatten, die Bargeld zwischen Banken in der Ukraine und Österreich hin- und hertransportiert hatten.