Wie das Verteidigungsministerium in London vor wenigen Tagen berichtet hat, deckten britische Streitkräfte eine russische Undercover-Operation in und um die Gewässer des Vereinigten Königreichs auf. Demnach fuhr ein nuklearbetriebenes russisches Angriffs-U-Boot der „Akula“-Klasse (SSN) in internationale Gewässer des Hohen Nordens ein. Sein Auftrag soll darin bestanden haben, westliche Aufklärung von anderen russischen Über- und Unterwassereinheiten abzulenken, die kritische Unterwasser-Infrastruktur wie Glasfaserkabel ausspähten. Diese Einheiten sollen zur Hauptverwaltung Tiefseeforschung (russ. GUGI) des Verteidigungsministeriums in Moskau gehören.

Ein russisches U-Boot der Akula-Klasse (Foto: copyright by Michael Nitz, Naval Press Service)
An der britischen Aufklärungsmission beteiligte sich die Royal Navy mit der Typ-23-Fregatte HMS „St Albans“ (F83), dem Tanker RFA „Tidespring“ (A136) und Hubschraubern vom Typ AW101 „Merlin“ sowie die Royal Air Force mit U-Boot-Jagdflugzeugen vom Typ P-8A „Poseidon“. Dabei kamen unter anderem Sonarbojen zum Einsatz. Großbritannien arbeitete außerdem eng mit Norwegen zusammen.
„Wir“, so Premierminister Keir Starmer in diesem Zusammenhang, „werden nicht davor zurückschrecken, zu handeln und Russlands Destabilisierungsaktivitäten, die unsere Entschlossenheit testen wollen, offenzulegen.“ Verteidigungsminister John Healy ergänzte: „Putin sage ich dies: wir sehen deine Aktivitäten gegenüber unserer Unterwasser-Infrastruktur. Du solltest wissen, dass jeder Versuch, sie zu beschädigen, nicht toleriert wird und ernste Konsequenzen haben würde.“
Gerd Portugall
