Frank Maibier erläutert seine Arbeit und macht Kunst damit lebendig erfahrbar. Und es zeigt sich, was den Purple Path besonders macht: Kunst steht nicht im Museum, sondern mitten im Alltagsgeschehen – und verändert dadurch auch den Blick auf die Umgebung. Das Anliegen des Chemnitzer Künstlers geht dabei über die Form hinaus: Die Skulptur soll Verbindungen schaffen. „Es verbindet sozusagen die verschiedenen Ortsteile von Lichtenau zu einem komplexen Ganzen“, sagt der Künstler selbst. Ein neuer Mittelpunkt – dort, wo es bislang keinen gab.
Wanderweg bietet neue Perspektiven auf bekannte Orte
Weiter geht die Kunst-Tour nach Flöha, wo der Purple Path vor einem Jahr seinen Anfang nahm. In der „Alten Baumwolle“, einem umgebauten Industriedenkmal mit beeindruckender Backsteinarchitektur, wird Strukturwandel sichtbar. Hier entsteht ein neues Stadtzentrum mit Marktplatz, Kultur, Einkaufs- und Begegnungsmöglichkeiten.
Im nahen Bahnhofstunnel begegnen die Besucher der Installation „Glance“ von Tanja Rochelmeyer. 171 rechteckige Tafeln an den Wänden des Tunnels zeigen stilisiertes Mauerwerk, Rechtecke oder Buchstaben. Das Werk hat nicht nur einen dunklen Tunnel zum Strahlen gebracht, sondern erinnert auch an die Ströme nach Hause eilender Arbeiterinnen und Arbeiter der alten Baumwollspinnerei. Solche Orte machen deutlich, was den Purple Path auszeichnet. Der künstlerische Berater Alexander Ochs formuliert es so: „Die Kunst kontextualisiert Orte neu und die Orte kontextualisieren die Kunst. Und damit entsteht etwas komplett Neues.“
Purple Path – ein Freilichtmuseum mit Zukunft
Die Auftakttour zeigt, welches Potenzial im Purple Path steckt. Kunst wird hier nicht nur betrachtet, sondern erlebt – im Austausch mit anderen und im Dialog mit Landschaft und Architektur. Durch mehr bürgerschaftliches Engagement kann der Kunstpfad eine dauerhafte Basis bekommen, damit er auch künftig Menschen verbinden und immer wieder neu entdeckt werden kann.
redaktionelle Bearbeitung: sg