Rund 400 Immobilienbesitzer verfolgten jetzt ein sogenanntes Webinar zur Energieberatung. Eingeladen hatte die ProEco Rheinland, das Kompetenzzentrum der Stadtsparkassen für Nachhaltigkeit. Energieberater Timo Gehle erläuterte, warum energetische Kostenpflichtiger Inhalt Sanierungen für Eigentümer zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Ein wesentlicher Treiber seien heute die steigenden Energiekosten, stellte er klar. Ab 2027 soll der CO₂-Preis frei am Markt gehandelt werden. Für einen durchschnittlichen Haushalt könnten dadurch mehrere Hundert Euro Mehrkosten pro Jahr entstehen. „Und das sind nur die Mehrkosten für die CO₂-Bepreisung“, betonte Gehle. Wie sich Gas- und Strompreise insgesamt entwickeln, sei kaum seriös vorhersehbar. Verschärft derzeit durch die weltweite Situation mit dem Iran-Krieg und andere Unsicherheiten.
Bei Grundsanierung müssen 30 Prozent des Daches mit Photovoltaik belegt sein
Ein Schwerpunkt war die Frage nach der richtigen Heiztechnik. Dabei räumte Gehle mit einem weit verbreiteten Mythos auf: Eine Wärmepumpe funktioniert auch ohne Fußbodenheizung. Entscheidend bei der Wahl der richtigen Heiztechnik sei nicht die Art der Heizkörper, sondern der tatsächliche Wärmebedarf des Hauses. Dieser wird im besten Falle über eine Heizlastberechnung ermittelt. Ein hydraulischer Abgleich sorgt anschließend dafür, dass alle Heizkörper effizient arbeiten. Eine Dämmung verbessert die Effizienz, ist aber keine zwingende Voraussetzung, so Gehle. Fossile Heizsysteme seien zwar weiterhin erlaubt, gelten angesichts steigender CO₂-Kosten jedoch langfristig als wirtschaftlich riskanter.
Förderquote kann 70 Prozent erreichen
Viele Teilnehmer interessierten sich im Rahmen einer potenziellen Sanierung besonders für Fördermöglichkeiten. Einzelmaßnahmen wie Dämmung, neue Fenster oder Heizungsoptimierung würden laut Gehle in der Regel mit 15 Prozent bezuschusst. Wer sein Gebäude zuvor umfassend analysieren und einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellen lässt, erhält fünf Prozentpunkte zusätzlich. Bei einem Heizungswechsel sind, je nach persönlicher Situation, sogar Förderquoten von bis zu 70 Prozent möglich. Der Sanierungsfahrplan bündelt dabei alle Maßnahmen in einer klaren Strategie: Er zeigt, welche Schritte sinnvoll sind, in welcher Reihenfolge investiert werden sollte und welche Fördermittel genutzt werden können.
Das große Interesse an dem Webinar an dem Tag verdeutlichte für Gehle: Viele Eigentümer stehen vor weitreichenden Investitionsentscheidungen. Wer strukturiert plant, kann Fördermittel optimal ausschöpfen und seine Energiekosten langfristig reduzieren.