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Berlin – Carsten Linnemann will das deutsche Gesundheitssystem radikal umbauen. Der CDU-Generalsekretär fordert eine drastische Reduzierung der Krankenkassen – von aktuell über 90 auf einen Bruchteil. Deutschland habe „das teuerste Gesundheitssystem und gleichzeitig eines der ineffizientesten“, sagte Linnemann bei RTL/ntv. Sein Vorschlag: radikale Streichungen bei den Krankenkassen.

„Wir haben immer noch über 90 Krankenkassen, die in der Regel die gleichen Leistungen anbieten“, so Linnemann. „Da müssen wir ran. Ich finde, zehn Krankenkassen in Deutschland reichen.“ Auf die Frage, wie er das durchsetzen wolle, nannte der CDU-Politiker eine klare Grenze bei den Mitgliederzahlen. Man könne eine Schwelle einziehen – etwa bei 200.000 oder 250.000 Versicherten. Kleine Kassen würden dann vom Markt verschwinden.

„Ich habe nichts gegen Wettbewerb, aber so richtigen Wettbewerb gibt es nicht unter den Krankenkassen. Die Leistungen sind gleich“, sagte Linnemann. Kritik aus der Branche schreckt ihn nicht. „Das ist mir völlig egal. Ich bin nicht für die Krankenkassen verantwortlich, sondern für die Volkswirtschaft in Deutschland. Ich bin Volksvertreter.“

Widerspruch vom GKV-Spitzenverband

Unionsfraktionschef Jens Spahn (45, CDU) äußerte sich vor einer Fraktionssitzung in Berlin deutlich zurückhaltender. Früher habe es noch 1.800 Krankenkassen gegeben, inzwischen seien es rund 90. Weniger Kassen seien durch Fusionen oder rechtliche Maßnahmen „sicherlich“ denkbar. Entscheidend sei aber, dass die Verwaltungskosten pro Mitglied tatsächlich sinken. UND: Wettbewerb lebe auch davon, dass Versicherte die Chance hätten, zu wechseln.

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Beim GKV-Spitzenverband sorgte der Vorschlag für scharfe Kritik. „Hier wird mal wieder eine Debatte ohne Hand und Fuß geführt, die an der Realität völlig vorbeigeht“, sagte GKV-Verbandschef Oliver Blatt dem „Stern“. Ein Bericht der Finanzkommission Gesundheit habe gezeigt, dass bei den Krankenkassen der Anteil der Verwaltungsausgaben an den Gesamtausgaben seit Jahren sinke.