In diesem Jahr findet das Festival vom 28. Juli bis zum 23. August statt und bringt drei Produktionen in die Domstadt, die dort noch nie zu sehen waren.
Den Auftakt macht vom 28. Juli bis zum 2. August das Musical „Die Weiße Rose“ über die gleichnamige studentische Widerstandsgruppe in der NS-Zeit. „Die Idee dazu entstand durch eine Kollegin von mir schon 1997 in Wien. Ich habe mich mit diesem spannenden Thema auseinandergesetzt und schnell erkannt, dass in den Schulen nur sehr wenig über den Widerstand im Nationalsozialismus vermittelt wird. Damals war es für mich noch zu früh für die Umsetzung auf der Bühne. Das Thema hat mich aber in den vergangenen 30 Jahren nicht mehr losgelassen. Und mit Vera Bolten hatte ich die richtige Partnerin, um die Geschichte als Musical zu realisieren. Dabei sind wir immer zwischen dem Gefühl, dass wir das einfach machen müssen, und großer Demut vor diesen Menschen geschwankt“, berichtet Musicaldarsteller und Musiker Alex Melcher.
„Das ist eine Geschichte, die einfach erzählt werden muss.“
„Das ist eine Geschichte, die einfach erzählt werden muss und wir haben dazu unser Genre das Musical gewählt. Die Mitglieder der Weißen Rosen waren sehr kulturbegeistert und haben auch häufig Theater besucht. Im Stück schöpfen wir alle Möglichkeiten mit Schauspiel, Musik und Bewegung voll aus, um diese wunderbaren Menschen auf die Bühne zu bringen. Dabei haben wir bei den historischen Fakten viel Wert auf eine hohe Genauigkeit gelegt und so war der Rechercheaufwand entsprechend hoch”, berichtet Musicaldarstellerin und Folkwang-Dozentin Vera Bolten, die mittlerweile auch verstärkt als Regisseurin arbeitet.
Seine Weltpremiere feierte das Musical im vergangenen Sommer im Festspielhaus Neuschwanstein. „Davor stand die lange Suche nach der geeigneten musikalischen Umsetzung und die intensive Recherchearbeit. Das Ergebnis haben wir später in einer Lesung zusammengefasst und mussten danach noch deutlich einkürzen. Im Anschluss gab es einen großen Workshop mit Folkwang-Studenten im Club des Capitol-Theaters in Düsseldorf, bei dem wir unserer Vision möglichst nahekommen wollten”, sagt Melcher.
„Uns war es wichtig, dass das Publikum aus dem Stück die Hoffnung mitnehmen kann, dass es auch unter widrigen Umständen möglich ist, seine Meinung zu sagen und zu seinen eigenen Werten zu stehen. Und es geht auch darum, die Verantwortung zu übernehmen, dass diese Menschen und ihre Geschichte nicht vergessen werden”, erklärt Bolten.
So kombiniert „Die Weiße Rose“ historische Fakten und Zitate mit einem stimmigen Bühnenbild und einem rockigen Soundtrack, der nicht nur Jugendliche anspricht. Die jungen Widerstandskämpfer werden von den Darstellenden berührend und glaubwürdig gespielt, mit all ihren widersprüchlichen Gefühlen während der Entwicklung ihrer Persönlichkeit und während der Suche nach dem eigenen Lebensweg in dunklen Zeiten.
Beim zweiten Programmpunkt kommt mit Ballets Jazz Montréal eine der größten und renommiertesten Tanzkompanien der Welt mit dem Stück „Dance Me“ vom 4. bis zum 9. August nach Köln. Dieses ist eine Hommage an die ebenfalls aus Montréal stammende Musiklegende Leonard Cohen, der vor zehn Jahren verstorben ist und der selbst die Kompanie bei der Entwicklung der Produktion noch unterstützt hat.
Die Basis sind 16 unvergessliche Songs des großen Songpoeten wie “Suzanne”, “So long, Marianne”, “Lover Lover, Lover” und natürlich auch sein größer Hit “Halleluja”. Im Stück mischt sich diese tiefgründige Musik mit dem Tanz, einem ausgeklügelten Lichtdesign und Videosequenzen zu einem besonderen Bühnenerlebnis. Für die Produktion mit dem 14-köpfigen Ensemble, die 2017 ihre Premiere feierte, waren die drei bekannten Choreografen Andonis Foniadakis, Annabella Lopez Ochoa und Ihsan Rustern sowie Dramaturg Eric Jean verantwortlich.
Zum Finale feiert vom 12. Bis zum 23. August das Musical „Romeo und Julia“ von Rosenstolz-Sänger Peter Plate und Ulf Leo Sommer seine Köln-Premiere. Zur Inszenierung im Theater des Westens in Berlin kamen mehr als 500.000 Zuschauer. Nun geht das Stück auf große Tour, die es neben Köln auch nach Düsseldorf führt. Dabei wird das alte Liebesdrama von Shakespeares auf eine ganz eigene Art und Weise wieder zum Leben erweckt.
Gesprochen wird es in der historischen Schlegelübersetzung des Originaltextes, während die Musik neue Popsongs im Rosenstolz-Stil bereithält. Dazu kommt der Rosenstolz-Hit „Liebe ist alles“, der sich auch im Titel wiederfindet. Kombiniert wird die alte Geschichte einer unglücklichen jungen Liebe mit atemberaubenden Choreografien und einem stimmungsvollen Bühnen- und Lichtdesign sowie Kostümen aus dem elisabethanischen Zeitalter.
Service: Musical „Die Weiße Rose“ 28. Juli bis 2. August, Karten ab 39,99 Euro (17. bis 21. Juni auch im Capitol-Theater Düsseldorf); Ballets Jazz Montreal „Dance Me“ vom 4. bis 9. August, Karten ab 49,99 Euro; Musical „Romeo und Julia – Liebe ist alles“ 12. bis 23. August (26. August bis 25. Oktober auch im Capitol Theater in Düsseldorf), Karten ab 39,99 Euro. Ort: Kölner Philharmonie, Karten: