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Friedrichshafen (Baden-Württemberg) – Nach dem Tod einer Oberärztin wird der Medizin Campus Bodensee (MCB) am Standort Tettnang in Baden-Württemberg zum Ende des kommenden Monats geschlossen. Der MCB-Verbund konnte sich von dem Skandal nicht erholen.

Ärztin Elke K. (†46), die am Standort Friedrichshafen tätig war, hatte sich im Dezember 2023 das Leben genommen, nachdem sie wegen ihrer Kritik die Kündigung erhalten hatte. Die 46-Jährige hatte dem Chefarzt vorgeworfen, den Profit über das Wohl der Patienten zu stellen. Einige Herz-Patienten hätten Operationen deshalb nicht überlebt. Der Chefarzt bestritt zwar die Vorwürfe. Doch das Vertrauen der Patienten war zerstört. Die Stadt Friedrichshafen räumte damals in einer Ratsvorlage ein, dass aufgrund der Schlagzeilen um fehlerhafte Behandlungen, Mobbing und möglichen Abrechnungsbetrug die Patientenzahlen eingebrochen seien. Der zunächst gehaltene Chefarzt wurde ein halbes Jahr später doch gefeuert.

Das sagt der Anwalt der Verstorbenen

„Das Misstrauen ist geblieben. Man hätte reinen Tisch machen müssen, stattdessen haben die da weiter herumgemauschelt“, sagt Detlef Kröger, der Anwalt der verstorbenen Ärztin, zu BILD. Für ihn ist die Schließung des MCB-Standortes in Tettnang die Konsequenz: „Wenn die Menschen in der Region das Vertrauen verlieren, dann ist das logische Ergebnis: Patienten bleiben weg, Zahlen gehen runter, das Geld fehlt – Insolvenz.“

Ärztin Elke K. (†46) nahm sich das Leben, nachdem sie eine Kündigung erhielt

Ärztin Elke K. (†46) nahm sich das Leben, nachdem sie die Kündigung erhalten hatte

Foto: Klinikum Friedrichshafen/Medizin Campus Bodensee

Die Insolvenz traf im vergangenen Jahr das medizinische Versorgungszentrum (MVZ) am Krankenhaus Friedrichshafen, das MVZ Tettnang und dessen Zweigpraxis in Kressbronn. Zuvor hatte auch die Zeppelin-Stiftung die finanzielle Unterstützung heruntergefahren.

Internes Schreiben: „Es führt kein Weg vorbei“

Trotz der von der MCB-Leitung verbreiteten Hoffnung auf einen Neuanfang im Zuge der Insolvenz ist zumindest in Tettnang (Baden-Württemberg) jetzt Schluss. In einer MCB-Mitteilung vom vergangenen Dienstag, die BILD vorliegt, heißt es über den Krankenhaus-Standort: „(…) an der endgültigen Schließung zum 31. Mai 2026 führt leider kein Weg vorbei.“ Das Schicksal des MCB-Standortes in Friedrichshafen bleibt unklar.

Die beiden im Insolvenz-Bieterverfahren verbliebenen Investoren hätten keine Zukunft für den Standort als Krankenhaus gesehen. Stattdessen würde vielleicht ein ambulantes Operationszentrum infragekommen. Im Januar war bereits die Innere Medizin geschlossen worden, mittlerweile gebe es auch keine Geburtsstation mehr in Tettnang, wie der SWR berichtete. 325 Mitarbeiter sind von der Schließung betroffen.

Die Klinik in Tettnang schließt spätestens Ende Mai endgültig

Der Eingangsbereich zu der Klinik

Foto: Medizin Campus Bodensee

Kaum noch Personal im Krankenhaus

Demnach könne es sogar sein, dass die Lichter in dem Krankenhaus noch früher ausgehen: „Sollte in den kommenden Wochen nicht mehr ausreichend Personal in der Klinik Tettnang im Dienst sein, müssen wir die Schließung möglicherweise vorziehen“, sagt Geschäftsführer Jan-Ove Faust. Die Mitarbeiter seien bereits über die „immer schiefere Finanzlage der Klinik“ informiert worden. Mit dem Betriebsrat würde man Gespräche über einen Sozialplan vorbereiten.

Das Aus der Klinik trifft nicht nur die Belegschaft, sondern auch die medizinische Versorgung der Region. Die endgültige Entscheidung über die Zukunft des gesamten MCB‑Verbunds soll erst Mitte Mai fallen. Ob das Krankenhaus in Friedrichshafen dann weitergeführt wird, hängt auch von den gesetzlichen Vorgaben über die regionale klinische Versorgung ab.

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Auf eine BILD-Anfrage schrieb MCB-Sprecherin Suann Ganzert lediglich: „Detaillierte Fragen, wie die von Ihnen, können wir im laufenden Planinsolvenzverfahren in Eigenverwaltung und Markterkundungsverfahren nicht beantworten. Wir bitten um Ihr Verständnis.“

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