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Dynamo Dresden greift nach den Randalen gegen Hertha BSC (0:1) durch. Alle Gremien des Vereins positionierten sich eindeutig und vertreten gemeinsam die sechs Rigoros-Reaktionen auf die Gewaltexzesse. BILD listet auf, wie der Zweitligist nach Besprechungen mit Polizei, der Landeshauptstadt und dem sächsischen Innenministerium vorgeht.

1. Stadion- und Hausverbote

Gegen alle Personen, die beim Platzsturm beteiligt waren und identifiziert werden, wird es strikte Stadionverbotsverfahren geben. „Für uns gibt es hierbei keinerlei Diskussionspotenzial“, sagt SGD-Geschäftsführer Stephan Zimmermann. Im Rahmen einer verabredeten Hooligan-Schlägerei zwischen Nürnberg- und Dynamo-Chaoten am Samstagabend in Thüringen wurde eine große Anzahl von Personendaten erfasst. Für alle Dresdner Fälle wird der Klub ein Hausverbot für das Rudolf-Harbig-Stadion erteilen. Der DFB ist bei Ereignissen an Drittorten für Stadionverbote zuständig.

Mehr zum Thema2. Entzug von Mitgliedschaften

Sofern sich unter den Tätern beider Vorfälle Vereinsmitglieder befinden, werden diese von Dynamo künftig ausgeschlossen. Präsident Ronny Rehn sagt: „Wer derartige Verfehlungen vorweist, kann nicht länger Teil unserer Sportgemeinschaft sein. Unsere Mitgliedschaft lebt von den im Leitbild festgehaltenen Leitsätzen. Wenn Werte wie Respekt, Fairness und Menschlichkeit mit Füßen getreten werden, werden wir beim Ehrenrat dafür plädieren, diesen Personen die Mitgliedschaft zu entziehen.“

3. Umbauten im Stadion vorgesehen

Um den Gästebereich besser zu sichern, wird der linke Sitzplatzblock im unteren Teil nicht mehr besetzt, sondern stattdessen mit einer Plane überzogen, sodass der Übertritt ins Stadioninnere nicht mehr möglich ist. Zusätzlich wird an dieser wichtigen Stelle die Zahl an Ordnern erhöht.

4. Security-Personal vor dem K-Block

Auch das Sicherheitskonzept für die Heimspiele der SGD inklusive der Einlasssituation im Rudolf-Harbig-Stadion wird nach den Vorkommnissen überarbeitet. So sollen bei Hochrisikospielen Mitarbeiter des Ordnungsdienstes auch vor dem Bereich des K-Blocks den Innenraum absichern. Zimmermann wird deutlich: „Die Hemmschwelle muss steigen, weil sie ehrlich gesagt bei manchem so gut wie gar nicht vorhanden scheint.“

Hier flüchteten die Dynamo-Chaoten vor der Polizei zurück in den K-Block

Hier flüchteten die Dynamo-Chaoten vor der Polizei zurück in den K-Block

Foto: Olaf Rentsch

5. Polizei ab sofort im Stadion

Ein Kritikpunkt nach den Hertha-Ausschreitungen war, dass zu wenig Ordner und die Polizei zu langsam vor Ort war. Bei den Aufarbeitungen kam heraus, dass durch Auseinandersetzungen hinter dem Gästeblock zu Beginn der Partie Teile des Sicherheitspersonals vom Innenraum in den Stadionumlauf versetzt wurden. Dies soll künftig so nicht mehr passieren. „Darüber hinaus werden Polizeikräfte direkt im Stadion positioniert“, teilt Dynamo mit.

6. Größere Pufferbereiche zu Dynamo-Fans

Außerdem werden die freien Pufferzonen zwischen Gäste-Anhang und Heimbereich erweitert. In Summe wird ein tiefgreifendes Präventionskonzept erarbeitet, wozu noch weitere kleinteilige Anpassungen geplant sind.

Aufsichtsratsboss Michael Ziegenbalg: „Wir waren schockiert darüber, derartige Szenen beobachten zu müssen. Dass erstmals seit dem Stadionneubau 2009 eine solche Eskalation passieren konnte, hat alle erschüttert. Wenn Vertrauen missbraucht und deutliche Grenzen überschritten werden, sind wir als Verein in der Verantwortung, grundsätzliche Vorgehensweisen zu ändern.“

Lob vom Innenminister

Die Abgrenzung ist in der Dimension einmalig. Lob gab es umgehend vom sächsischen Innenminister Armin Schuster (64, CDU): „Dass alle entscheidenden Gremien des Vereins – Aufsichtsrat, Präsident und beide Geschäftsführer – mit einer Stimme sprechen, ist ein neues und ermutigendes Zeichen, das jede Unterstützung verdient und auf dessen Grundlage jetzt beim Thema Sicherheit Wirkung erzielt werden muss.“

Der sächsische Innenminister Armin Schuster lobte Dynamo Dresden umgehend für den Maßnahmenkatalog

Der sächsische Innenminister Armin Schuster lobte Dynamo Dresden umgehend für den Maßnahmenkatalog

Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Für ihn ist es „ein erstes beachtliches Bündel von Maßnahmen“ und „geht damit deutlich über die bisher gewohnte Rhetorik im Fußball hinaus.“ Trotzdem stehe Dynamo Dresden vor einer Nagelprobe. Nach BILD-Informationen drohen bei weiteren Vorfällen Sponsorenverluste und dauerhafte Schäden.