Als eine von 17 Kommunen an Rhein und Ruhr möchte sich Wuppertal um die Austragung von Olympischen und Paralympischen Spielen im Jahr 2036, 2040 oder 2044 bewerben. Konkret könne Wuppertal das Stadion am Zoo (Fußball) und die Schwimmoper (Wasserball) einbringen – womöglich auch eine Event-Arena in Varresbeck. Laut Einschätzung der Stadt kämen diese Standorte für Training und Vorrundenspiele infrage. Die meisten Wuppertaler Ratsfraktionen sprechen sich neben Oberbürgermeisterin Miriam Scherff für die Bewerbung aus (blickfeld berichtete).

Die Frage, die Wahlberechtigte in Wuppertal bis zum 19. April 2026 per Briefwahl beantworten können, lautet:

„Sind Sie dafür, dass sich die Stadt Wuppertal an der gemeinsamen Bewerbung der Region Rhein/Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044 beteiligt?“

Uni-Rektorin Birgitta Wolff: „Ja“

Prof. Dr. Birgitta Wolff, Rektorin der Bergischen Universität, spricht sich für die Olympia-Bewerbung aus: „Fortschritt gelingt dort, wo wir Chancen aktiv suchen und Veränderung gestalten. Eine Olympia-Bewerbung kann ein solcher Impuls sein. Er fordert uns auf zu fragen: Wo stehen wir als Region, welche Potenziale haben wir? Für die Sportvereine und -talente unserer Region ist so ein Mega-Sportevent motivierend, für eine moderne und leistungsfähigere Infrastruktur förderlich: für zukunftsweisendere Mobilität, das Bauwesen, für Tourismus, Gastronomie und Hotellerie – weltoffen, ambitioniert und mit internationalem Anspruch. Natürlich kann man auch fragen: Muss das sein? Wie auch bei der BUGA. Beides ist letztlich Anlass und Mittel für eine spannende Weiterentwicklung unserer Region und mehr Lebensqualität. Innovation liegt den Bergischen in den Genen. Da beziehe ich mich als Wissenschaftlerin und überzeugte Neu-Wuppertalerin gerne mit ein.“

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UniSport-Leiter Dennis Fink: „Ja“

Dennis Fink, Leiter der zentralen Einrichtung Hochschulsport (UniSport), ist ebenfalls für die Bewerbung: „Ich bin dafür! Eine Olympiabewerbung Rhein/Ruhr ist eine große Chance, Wuppertal als Forschungs- und Hochschulstandort international sichtbar zu machen und gezielt Talente zu gewinnen. Großereignisse dieser Dimension wirken wie ein Magnet für kluge Köpfe – in Wissenschaft, Studium und Innovation. Gerade im Zusammenspiel von Sport, Gesundheit und Forschung können nachhaltige Impulse entstehen, von denen unsere Universität und die Region langfristig profitieren. Die Erfahrungen der FISU World University Games 2025 haben gezeigt, welches Potenzial hier vorhanden ist. Entscheidend bleibt: nachhaltig, inklusiv und mit echtem Mehrwert für die Studierendenschaft.

AStA: keine Empfehlung

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA), die Studierendenvertretung an der Bergischen Universität, hat die Olympia-Frage intern diskutiert, sieht jedoch das hochschulpolitische Mandat als nicht ausreichend an, um sich äußern zu können.

Zum Hintergrund: Laut Hochschulgesetz (HG NRW) gehört es zu den Aufgaben der Studierendenschaft bzw. deren Vertreter:innen, die Belange ihrer Mitglieder in Hochschule und Gesellschaft wahrzunehmen, etwa durch Stellungnahmen zu hochschul- oder wissenschaftspolitischen Fragen. Dieses „hochschulpolitische Mandat“ erlaubt es der Studierendenschaft an Hochschulen in NRW nicht, sich zu allen Fragen zu äußern, also die Wahrnehmung eines „allgemeinpolitischen Mandates“. Die Grenzen sind in der Rechtsprechung oft umstritten. »mw«