Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Russische Bloggerin an Putin: Man hat Angst vor Ihnen

Aktualisiert am 15.04.2026 – 00:42 UhrLesedauer: 8 Min.

Victoria Bonya bei der Premiere des Films "Indiana Jones and the Dial of Destiny" bei den 76. Internationalen Filmfestspielen in Cannes (Archivbild).Vergrößern des Bildes

Victoria Bonya bei der Premiere des Films „Indiana Jones and the Dial of Destiny“ bei den 76. Internationalen Filmfestspielen in Cannes (Archivbild). (Quelle: Daniel Cole/dpa)

Ukraine: Achtjähriger durch russischen Drohnenangriff getötet. Russlands Einnahmen aus Ölgeschäft legen kräftig zu. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Die prominente russische Lifestyle-Bloggerin Viktorija Bonja hat mit einem an Kremlchef Wladimir Putin gerichteten Kritikvideo auf der Plattform Instagram am Tag der Veröffentlichung mehr als 700.000 Likes gesammelt. Bonja, die selbst nicht in Russland lebt, wandte sich direkt an Putin. „Wladimir Wladimirowitsch, man hat Angst vor Ihnen. Das Volk hat Angst vor Ihnen, Blogger, Künstler haben Angst, Gouverneure haben Angst vor Ihnen. Und Sie sind der Präsident unseres Landes. Mir scheint, wir sollten keine Angst haben“, sagte sie.

Sie selbst habe keine Angst vor dem Kremlchef, unterstütze ihn und halte ihn für einen starken Politiker, der nur schlecht informiert sei. In dem Video nennt sie Probleme, über die ihn ihrer Meinung nach kein Gouverneur informiere. Es geht unter anderem um Hilfe für die Opfer der Flutkatastrophe in der russischen Teilrepublik Dagestan, die Ölpest bei Anapa an der russischen Schwarzmeerküste, wo im Dezember 2024 zwei Öltanker verunglückt waren, und die jüngsten Internetblockaden.

Bonja ist bekannt aus einer russischen Reality-Show, bei Instagram hat sie fast 13 Millionen Follower.

In der zentralukrainischen Stadt Tscherkassy ist nach Behördenangaben ein achtjähriger Junge durch einen russischen Drohnenangriff getötet worden. Weitere 14 Menschen seien verletzt worden, schrieb der Gouverneur Ihor Taburez bei Telegram. Vier Hochhäuser wurden demnach beschädigt.

Russland hat die Einnahmen aus seinem für die eigene Kriegswirtschaft wichtigen Ölgeschäft dank der höheren Preise im Zuge des Konflikts im Nahen Osten im März wieder drastisch gesteigert. Die Exporterlöse hätten sich im vergangenen Monat auf 19 Milliarden Dollar nahezu verdoppelt, teilte die Internationale Energieagentur (IEA) am Dienstag in Paris mit. Im Februar vor Beginn des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran waren sie den Angaben zufolge noch auf 9,75 Milliarden Dollar und damit den niedrigsten Stand seit Beginn des Ukraine-Kriegs
vor vier Jahren gefallen.

Russlands Rohölexporte stiegen der IEA zufolge um 270.000 Barrel pro Tag auf 4,6 Millionen Barrel pro Tag. Dies sei vor allem auf höhere Lieferungen über den Seeweg zurückzuführen, da die Druschba-Pipeline durch die Ukraine weiterhin außer Betrieb sei. Die russische Rohölproduktion sei im März auf 8,96 Millionen Barrel pro Tag von 8,67 Millionen im Februar gestiegen.