Der Automobilzulieferer Erich Jaeger mit Hauptsitz in Friedberg hat Insolvenz angemeldet. Rund 1.000 Beschäftigte weltweit sind betroffen. Nun wird nach Investoren gesucht.

Mähdrescher erntet Weizen und entlädt Getreide auf Traktor mit Anhänger.

Produkte des Autozulieferers Erich Jaeger werden unter anderem in Traktoren eingesetzt (Symbolbild).
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Der Industrie- und Automobilzulieferer Erich Jaeger hat beim Amtsgericht Friedberg Insolvenzantrag gestellt. Ein vorläufiger Insolvenzverwalter wurde bereits eingesetzt: Jan Plathner von der Kanzlei Brinkmann & Partner, wie die Kanzlei selbst am Dienstag mitteilte.

Das Unternehmen entwickelt seit mehr als 90 Jahren Steckverbindungen, vor allem für Autos und Nutzfahrzeuge. Zuletzt machte Erich Jaeger rund 77 Millionen Euro Umsatz.

Weltweit aktiv – Wurzeln in Hessen

Insgesamt arbeiten etwa 1.000 Menschen für die Firma, rund 200 davon in Deutschland. Neben Friedberg gibt es Standorte in Mexiko, Tschechien und China. Vertriebsbüros befinden sich unter anderem in den USA, Frankreich, Polen und Italien.

Die Firmenzentrale in Friedberg gilt als Herzstück der Gruppe. Dort arbeiten nach Unternehmensangaben mehr als 70 Beschäftigte, unter anderem in den Bereichen Produktentwicklung, Qualitätssicherung und Verwaltung. Auch ein großes Lager gehört zum Standort. Seit 1927 ist das Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet zuhause.

Betrieb soll vorerst weiterlaufen

Trotz der Insolvenz soll es mit dem Unternehmen zunächst normal weitergehen. Der Insolvenzverwalter will den Betrieb demnach stabilisieren und prüfen, wie das Unternehmen gerettet werden kann. Eine Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes sei schon in die Wege geleitet.

Man wolle einen Investor finden, der das Unternehmen ganz oder in Teilen übernimmt. „Ziel ist es, im Rahmen eines strukturierten Prozesses zeitnah eine Investorenlösung für die Unternehmensgruppe oder Teile davon zu realisieren“, erklärte Plathner. Erste Gespräche mit wesentlichen Kunden und Lieferanten seien bereits aufgenommen worden.