
AUDIO: NDR Info Nachrichten (3 Min)
Stand: 15.04.2026 06:18 Uhr
Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat Lufthansa-Piloten zu einem erneuten Ausstand für Donnerstag und Freitag aufgerufen. Gleichzeitig schlägt VC aber eine Schlichtung vor. Das Kabinenpersonal soll bereits heute und morgen streiken.
Die Streikwelle bei der Lufthansa ebbt nicht ab. Die Piloten der Fluglinie und ihrer Tochter Cityline werden für Donnerstag und Freitag erneut zum Streik aufgerufen. Das teilte die VC am Dienstagabend mit. Die Tochter Eurowings soll ausschließlich am Donnerstag bestreikt werden. Zugleich schlägt die Gewerkschaft eine Schlichtung vor, mit welcher der Streik abgewendet werden könnte. Ein Sprecher der Lufthansa sagte: „Eine Schlichtung kann ein guter Weg aus diesem Konflikt sein, wenn sie gesamthaft alle Tarifthemen einbezieht, um eine nachhaltige Befriedung zu erreichen. Dafür sind wir offen.“
„Die Lage ist unverändert – es gibt keinerlei Bewegung seitens der Arbeitgeber. Weder liegt bei Lufthansa und Lufthansa Cargo ein Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vor, noch gibt es bei Lufthansa CityLine ein tragfähiges Angebot für einen neuen Vergütungstarifvertrag oder bei Eurowings zur betrieblichen Altersversorgung“, erklärte VC-Präsident Andreas Pinheiro.
UFO fordert Flugbegleiter zum Streik auf
Zuvor hatte bereits die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) das Kabinenpersonal aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Der Ausstand begann heute Nacht um 0.01 Uhr und soll am Donnerstag kurz vor Mitternacht enden.
Betroffen sind laut UFO alle Abflüge der Lufthansa von den Flughäfen Frankfurt und München sowie alle Abflüge der Lufthansa-Tochter Cityline von den Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Hannover, Stuttgart, Köln, Düsseldorf und Berlin. Bereits am vergangenen Freitag hatten die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter gestreikt, was bundesweit zu Hunderten Flugstreichungen führte.
Hamburg und Hannover: Dutzende Flüge fallen weg
Der Streik des Kabinenpersonals heute und morgen betrifft an den drei großen norddeutschen Flughäfen die Verbindungen von und nach Frankfurt und München. Am Hamburg Airport fallen an beiden Tagen jeweils mehr als 40 Starts und Landungen weg. In Hannover wurden für beide Tage jeweils mehr als ein Dutzend Starts und Landungen gestrichen. Ähnlich sieht es am Bremen Airport aus. Dort geht heute laut Flughafen-Webseite kein einziger Flug nach Frankfurt oder München.

Wird ein Flug annulliert oder ist verspätet, haben Reisende Anspruch auf Ersatzbeförderung und teils auf Entschädigung.
Ausstand der Piloten noch bis heute spätabends
Bereits Montag und Dienstag sorgte ein zweitägiger Ausstand der Pilotinnen und Piloten dafür, dass viele Lufthansa-Maschinen am Boden blieben. Nach Angaben des Flughafen-Betreibers Fraport entfielen in Frankfurt Hunderte Starts und Landungen der Lufthansa. Rund 50.000 Fluggäste waren allein dort von Ausfällen und Umbuchungen betroffen. Auch am zweitgrößten deutschen Flughafen in München waren es Hunderte Lufthansa-Maschinen, die nicht abhoben oder landeten.
Viele Flugausfälle in Hamburg
In Hamburg waren laut der Flughafen-Webseite bei der Lufthansa Montag und Dienstag jeweils mehr als 20 Verbindungen nach München und Frankfurt betroffen. Bei Eurowings fielen zum Wochenanfang ebenfalls zahlreiche Flüge aus. Der Hamburger Flughafen bittet Passagiere mit gebuchten Flügen bei Lufthansa oder Eurowings, die von Ausfällen betroffen sind, sich direkt an die Fluggesellschaften zu wenden.
Auch in Hannover und Bremen Flüge gestrichen
In Hannover waren Montag und Dienstag nach Angaben der Flughafen-Webseite je sieben Lufthansa-Abflüge gestrichen worden – fünf nach Frankfurt und zwei nach München. Auch bei den Ankünften wurden fünf aus Frankfurt und zwei aus München abgesagt.
Am Flughafen in Bremen starteten und landeten am Montag ebenfalls keine Lufthansa-Maschinen – die je fünf Verbindungen von und nach Frankfurt und München wurden gestrichen – ebenso ein Eurowings-Flug nach Stuttgart. Dienstag fielen jeweils fünf Flüge nach beziehungsweise aus Frankfurt weg – und jeweils drei nach beziehungsweise aus München.
Bei den Piloten geht es um betriebliche Altersvorsorge
Der Streik der Piloten bei den Teilgesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Cityline hatte am Montag kurz nach Mitternacht begonnen und endete Dienstag kurz vor Mitternacht. Bei Eurowings waren nur am Montag alle Abflüge von deutschen Flughäfen betroffen. Die Pilotengewerkschaft fordert Verbesserungen bei der betrieblichen Altersvorsorge der Piloten und kritisiert fehlende Gesprächsbereitschaft der Lufthansa.
Lufthansa: Kein Verständnis für den Streik
Die Lufthansa hatte mit Unverständnis auf den Streikaufruf der Piloten reagiert. Die Streik-Ankündigung der Spartengewerkschaft Vereinigung Cockpit „stellt eine völlig neue Stufe der Eskalation dar“, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Kernforderung der Gewerkschaft nach Verdopplung einer „ohnehin schon überdurchschnittlichen und exzellenten betrieblichen Altersvorsorge“ sei absurd und unerfüllbar.

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Konzern kritisiert „Eskalation“
Erst das Kabinenpersonal, nun die Piloten: Erneut wird bei der Lufthansa gestreikt. Für Montag und Dienstag hat die Vereinigung Cockpit zum Streik aufgerufen. Betroffen sind die Fluglinien Lufthansa, Eurowings und Lufthansa CityLine.